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Drohne Boeing X45a

Drohnen weltweit – Einsatz meist für militärische Zwecke

Unter dem Begriff Drohne werden unbemannte Flugobjekte zusammengefasst, die entweder durch einen Computer oder durch eine Person außerhalb des Objekts ferngesteuert werden. Modellluftfahrzeuge, die zum Sport oder als Hobby verwendet werden, fallen jedoch nicht unter den Begriff. Drohnen dienen zivilen oder militärischen Zwecken. Sie können, je nach Einsatzzweck, mit Kameras und Sensoren zur Überwachung oder mit Waffen für militärische Einsätze ausgestattet werden. Zivil werden sie vor allem von Polizei, Geheimdiensten und von der Wissenschaft genutzt. Weltweit setzen rund 70 Staaten die, im militärischen Sprachgebrauch als “unmanned combat air vehicle”, kurz UCAV, bezeichneten Drohnen ein, zur Aufklärung ebenso wie als Kampfmittel. 1998 wurden sie zum ersten Mal von der Deutschen Bundeswehr im Kosovokrieg zur Aufklärung eingesetzt. Zunehmend finden sie auch in der Terrorbekämpfung Anwendung. So wurde 2012 Abu Yahya al-Libi, führende Kraft der al-Qauda, durch eine Drohne getötet. Der Einsatz von Drohnen ist sowohl im Rahmen von militärischen Zwecken als auch zivilen Zwecken umstritten.

Drohnen-Statistik Drohnen weltweit - Einsatz meist für militärische Zwecke

Drohnenproduzenten in vielen Staaten

Im Jahr 2013 wurden bereits in 53 Staaten Drohnen produziert. Längst wurde im Wettbewerb um die Drohnenherstellung die USA aus der Pole Position am Weltmarkt verdrängt. Der chinesische Hersteller Avic präsentierte bereits 2012 die Wing Loong vor, eine Kampfdrohne, wesentlich günstiger im Preis als die amerikanische Reaper-Drohne. Doch auch die chinesischen Firmen Alit und ASN Technolgies konkurrieren am Markt mit ihren Kampfdrohnen. United 40 heißt das militärische Drohnenmodell der Firma Adcom aus den Vereinigten Emiraten. Sie kann die hauseigenen Namrood-Raketen ebenso abfeuern wie amerikanische Geschosse. Adcom wird in Zukunft auch in den USA und in Russland Drohnen produzieren. Vielversprechend für das Unternehmen, will doch Russland bis zum Jahr 2010 320 Milliarden Rubel, umgerechnet sieben Milliarden Euro, in die Entwicklung und den Ankauf von Drohnen investieren. Die geplanten russischen Drohnenkompanien sollen in unterschiedliche Streitkräfte und Waffengattungen eingegliedert werden. In den USA ist bisher General Atomics der führende Hersteller von Drohnen. Predator, Gray Eagle und Reaper sind die bekanntesten Objekte des Unternehmens. Reaper, übersetzbar als Sensenmann, kann Waffen bis zu einem Gewicht von 1.361 Kilogramm tragen und steht seit 2007 im Einsatz. Ferngesteuert durch einen Bodenpiloten liegt seine Reichweite bei fast 6.000 Kilometer. Neben den wichtigsten Produzentenländern nehmen jedoch die Schwellenländer im Bau um die Drohne eine immer gewichtigere Rolle ein. Die türkische Anka kann es dabei durchaus mit dem Predator aus den USA aufnehmen. Das indische Unternehmen DRDO entwickelte sogar eine Tarnkappen-Kampfdrohne mit dem klangvollen Namen Aura. Aus Pakistan stammen die Burraq und Shahpar, die sogar zwei Luft-Boden-Raketen tragen kann. Die Problematik liegt im Preis, denn die Drohnen aus den Schwellenländern sind kostengünstiger. So befürchten Experten, dass Drohnen durchaus in verbrecherische oder terroristische Hände gelangen oder sie zum Ziel von Hackern werden könnten, was bereits 2009 im Irak der Fall war. Hacker konnten den Einsatz einer US-Drohne exakt verfolgen und zu ihrer Zwecken nutzen. Entwicklung und Preis haben einen Konkurrenzkampf ausgelöst. Der weltweite Marktplatz für die Drohnen scheint eröffnet, der Kampf um Preise hat längst begonnen.

Verwendungszweck von Drohnen

Die produzierten Drohnen werden in erster Linie zu militärischen Zwecken genutzt, wie die Statistik zeigt. Besonders an ihrer Entwicklung wird geforscht. Programme der NASA, aber auch europäische Forschungsprogramme, zielen auf eine Verkleinerung der Drohnen ab. Auch am Flugverhalten wird gearbeitet. Die Verwendung von sogenannten Intelligenten Werkstoffen ermöglicht verbesserte aerodynamische Eigenschaften durch entsprechende Oberflächenstrukturen und Bauformen. Als Beispiel kann der Cormant angeführt werden, eine Kampfdrohne der Skunk Works-Forschungsabteilung von Lockheed Martin. Er liegt mit gefalteten Flügeln im Abschussrohr, das sich unter Wasser befindet. Beim Abschuss und Auftauchen aus dem Wasser werden die Tragflächen entfaltet. Der Schub aus dem Wasser erfolgt dabei mittels Raketen. Der Druck unter Wasser, die Abschusstiefe liegt bei 46 Metern, würde einem üblichen Flugkörper zusetzen. Aus Titan gefertigt, die Hohlräume mit Kunststoff ausgeschäumt, kann das Wasser, selbst aggressives Meerwasser, dem Cormant nichts anhaben. Wichtiges Ziel aller Forschungsprogramme ist jedoch die Verkleinerung von Drohnen. Mikrodrohnen werden bereits entwickelt, doch sollen sie weiter schrumpfen, auf Insektengröße. Zur Überwachung und Aufklärung gedacht, doch sind auch Mikrodrohnen in der Lage, zu Tötungsmaschinen zu werden. Die zivile Nutzung von Drohnen ist drittrangig, die duale liegt laut Statistik auf Platz Zwei, was bedeutet, dass eine Drohne sowohl zivil als auch militärischen Zwecken dient. 2011 wurden die Schäden nach dem Erdbeben am Kernkraftwerk Fukushima durch die Drohne Global Hawks untersucht. Aber auch die Verwüstungen nach dem Tsunami und nach den Regenfällen auf den Salomonen-Inseln wurden durch unbemannte Flugkörper dokumentiert. Satellitenaufnahmen waren aufgrund der Witterung nicht möglich. In der Bundesrepublik werden Drohnen, zum Beispiel, zivil in der Landwirtschaft zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Aber auch bei der Polizei und im Rettungswesen haben sie bereits ihren Platz als unbeseelte und unbemannte Mitarbeiter. Selbst Amazon, der Online-Marktführer, plant den Einsatz von Drohnen als Paketzusteller. Als Rotoren-Drohnen gebaut, sollen sie Waren bis zu einer Entfernung von 16 Kilometern ausliefern. Bis zu 2,5 Kilogramm kann das Traggewicht betragen. Derzeit laufen in den USA die ersten Testflüge.

Hilfreiche und zivil genutzte Drohnen, totbringende Drohnen, aufklärende und unterstützende Drohnen, Drohnen, die die Privatsphäre von Menschen gefährden, wie bei jeder Technologie entscheidet der Mensch über ihren Einsatz, über ihre Verwendung, entscheidet über Gut oder Böse.

Grafik: © Statista

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