Start > Weltwirtschaft > Müller: Afrikanische Staaten müssen Freihandel einschränken

Müller: Afrikanische Staaten müssen Freihandel einschränken

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) tritt für eine Einschränkung des Freihandels ein, um Afrika vor subventionierten Agrarprodukten aus Europa zu schützen. Die lokale Produktion sei gegenüber importierten Agrarprodukten aus der EU wie Tomaten oder Zwiebeln oft noch nicht konkurrenzfähig, sagte der Minister der “Frankfurter Rundschau” (Samstagsausgabe). Deshalb böten die mit der EU abgeschlossenen Freihandelsabkommen den Afrikanern die Möglichkeit, einseitig Zölle und Einfuhrbeschränkungen zu erlassen.

Doch davon machten viele afrikanische Länder gar keinen Gebrauch, kritisierte der CSU-Politiker. Der Import sei bequemer, als in die eigene Landwirtschaft zu investieren, beklagte der Minister. Müller kritisierte zudem den Kurs von US-Präsident Donald Trump in der Klimapolitik. Insbesondere Afrika leide unter dem Klimawandel, sagte er. “Sie zahlen die Zeche für den Raubbau an der Natur, den die reichen Industriestaaten maßgeblich zu verantworten haben.” Nach Prognosen von Wissenschaftlern seien 100 Millionen Menschen zusätzlich auf der Flucht, wenn es nicht gelinge, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. “Wer die Klimaziele in Frage stellt, setzt insbesondere Afrika aufs Spiel”, so der CSU-Politiker. Der Entwicklungsminister äußerte sich außerdem besorgt über die zunehmenden Repressionen in Schwellen- und Entwicklungsländern gegen Gewerkschafter sowie Menschenrechts- und Umweltaktivisten. “In Russland, China und vielen Entwicklungsländern sind restriktive Gesetze gegen Nichtregierungsorganisationen erlassen worden”, sagte der Minister. Klar sei jedoch, dass wirtschaftliche Fortschritte nicht nur durch Kooperationen mit Regierungen erreicht werden könnten. “Wir brauchen die Zivilgesellschaft, wir brauchen Entwicklung von unten.”

Foto: Gerd Müller, über dts Nachrichtenagentur

Hier nachlesen ...

CDU-Außenpolitiker stellt militärische Hilfe für Kurden infrage

Das geplante Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak gefährdet die militärische Unterstützung durch die Bundeswehr. “Der …

Ein Kommentar

  1. Geht bei Mueller endlich das Licht an?Ja wenn das Kalb ertrunken ist deckt man den Brunnen zu.
    Betrifft AfrikaReise v/d Bundeskanzlerin Merkel-Oktober 2016
    Wenn man Artikel in Fuldainfo.de(8.Oktober)+Heise.de/Tel (1.Oktober 2016) liest war die MerkelAfrikaReise fast eine Unverschaemtheit.Dort wird beschrieben wie desaströse EU-Freihandelsdeals Afrika aufgenötigt wurden.Der frühere Bundespräsident Horst Köhler hat dem Westen i/d Afrika-Politik Heuchelei+koloniales Denken vorgeworfen.
    Seit mehr als zehn Jahren bemüht sich EU, mit afrikanischen Ländern langfristige Freihandelsabkommen (EPA-EconomicPartnershipAgreement) abzuschließen,um diese in ein möglichst enges ökonomisches Abhängigkeitsverhältnis zumanövrieren.Langfristige Strategie Brüssels erinnert an das Vorgehen eines Drogendealers,Kolonialismus+RaubtierKapitalismus in uebelster Form.Wachsende afrikanische Abhängigkeiten verschafften Brüssel den Hebel,m/d der afrikanische Widerstand gegen weitgehende Öffnung seiner Märkte für die gnadenlos überlegene europäische Konkurrenz gebrochen wird.Mitte 2013 hat Brüssel in übler neokolonialer Manier etlichen afrikanischen Staaten ein Ultimatum gestellt.Entweder sie unterzeichnen die EPA bis Oktober 2014 oder es werden ihnen sämtliche Handelserleichterungen m/d EU gestrichen.Langfristig drohen den Ländern Afrikas schwere sozioökonomische Verwerfungen aufgrund der weitgehenden Öffnung ihrer Märkte für europäisches Kapital.Kam Merkel kontrollieren ob Afrika schon reif sei als Emigrantenlieferant? Das Endresultat wird sein Revolutionen in Afrika,China uebernimmt den Kontinent,Europa wird rausgeschmissen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.