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Online-Apotheken werden zunehmend beliebter

Es gibt wohl kaum einen Bereich im Online-Handel der so umstritten ist, wie der mit Medikamenten. Die Politiker diskutieren unermüdlich über den Verkauf von rezeptpflichtigen sowie Rezeptfreien Tabletten, Cremes, Tropfen und Tinkturen im Internet. Dabei geht es um Genehmigungen, Gleichstellung, Beratung, Rabatte und Sicherheit – kurz gesagt es geht ums Geschäft.

In Deutschland allein verfügen über 3.000 Apotheken über eine Versandhandelserlaubnis und davon betreiben circa 150 (6 %) einen ernst zu nehmenden Versandhandel. Insgesamt gibt es circa 20.000 öffentliche Apotheken in Deutschland und von diesen haben gut 15 % eine Erlaubnis für den Arzneimittelversand.

Die Verbraucher haben ihre Wahl getroffen

Doch von den Verbrauchern wurde bereits die Wahl getroffen: Online Apotheken sind äußerst beliebt. Eine repräsentative Umfrage von Ende März 2017, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom stattfand, zeigt, dass unter 1.003 Bundesbürgern 55 % sehr zufrieden mit den Online-Apotheken sind und das entspricht 31 Millionen Menschen. Die Online-Apotheken punkten dabei vor allem mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis. 98 % der Kunden sind mit diesem sehr bzw. ehe zufrieden. Auch im Bezug auf die Qualität und die Auswahl der Medikamente (95 %) und der Liefergeschwindigkeit (93 %) punk-ten die Online-Apotheken bei den Verbrauchern. Lediglich in Hinblick auf die Beratung ist noch Luft nach oben. Hier sind nur 26 % zufrieden und 29 % unzufrieden, während weitere 45 % dazu keine Angaben machte, bspw. da sie das Beratungsangebot noch nicht in Anspruch genommen haben.

Die Arzneimittel belegen den vierten Rang im Produktranking des Online-Handels, hinter Kleidung, Büchern und elektronischen Haushaltsgeräten. Die Zahl der Verbraucher, die ihre Medikamente online kaufen steigt seit Jahren: Waren es 2015 schon 49 % so nutzten 2012 erst 30 % der Internetnutzer das Angebot.

Medizin über das Internet – warum ist sie so beliebt?

Warum wird der Einkauf von Medikamenten von den Patienten und anderen Käufern so geschätzt? Zum größten Teil ist das damit zu begründen, dass über das Internet alles abgewickelt werden kann, das auch beim Gang in die örtliche Apotheke erledigt wird – allerdings oftmals schneller und preiswerter. Die Auswahl in den Online-Apotheken an einfacher Kosmetik und freiverkäuflichen Arzneimitteln ist riesig und Bezahlung sowie Versand einfach.

In den Online-Apotheken sind alle gängigen Zahlungsarten möglich: PayPal, Kreditkar-ten, Vorkasse, Lastschrift oder Rechnungskauf. Dazu kommt das alle Anbieter einen kostenfreien Versand anbieten, sobald ein bestimmter Verkaufswert erreicht ist. Die Lieferzeiten betragen nicht länger wie 48 Stunden und über all das hinaus bietet die Online-Apotheke noch einen sehr eindeutigen Vorteil: Die Transparenz der Preise.

Der Käufer kann anders als in der Apotheke vor Ort die Preise der Medikamente und dort angebotenen Produkte miteinander vergleichen, die zur Behandlung in Frage kommen. Oftmals werden von den Online-Apotheken Sonderaktionen angeboten, bei denen bestimmte Produkte, wie Kosmetik und freiverkäufliche Medikamente zu einem besonders günstigen Preis angeboten werden. Des Weiteren gibt es Zusatzinformatio-nen zu Krankheiten. Die Kunden die auf der Suche nach einer Behandlungsmöglichkeit für ein kleines Zipperlein oder eine bestimmte Krankheit ist, der kann vorab alles in Ru-he lesen, was es überhaupt mit dem Medikament auf sich hat. Wird eine Beratung ge-wünscht oder ist notwendig, dann findet diese in der Regel über eine Hotline statt. Das ist wesentlich diskreter als das Gespräch in der Apotheke, wo der nächste Kunde be-reits wartet und der lange Ohren macht. Weitere Pluspunkte der online Apotheke sind die Öffnungszeiten rund um die Uhr und die Lieferungen bis zur Haustür.

Doch einen Nachteil gibt es auch und dieser ist beim Einlösen der Rezepte zu finden, denn das ist etwas Umständlicher als in der Apotheke. Das Rezept muss per Post an den Händler gesendet werden, zumeist inklusive eines Formulars. Die Zahlungen der Rezepte können zumeist nur auf Rechnung oder per Lastschrift erfolgen. Sollten weite-re Produkte gekauft werden, dann ist eine kurze Notiz ausreichen, damit alles gemein-sam versendet wird.

Online-Apotheken: Beliebt vor allem bei älteren Menschen

Die Online-Apotheken sind laut der repräsentativen Bitcom-Umfrage vor allem bei Frauen und älteren Menschen beliebt. 60 % der weiblichen Internetnutzer bestellen ihre Medikamente online und bei den Männern sind es knapp 50 %. Während nur 33 % der 14- bis 29-jährigen ihre Medikamente online kaufen, sind es bei den über 65-jährigen knapp 62 %. Auch bei den 30- bis 49-jährigen sind die Versand-Apotheken beliebt und von den 50- bis 64-jährigen kaufen 61 % online ihre Medikamente.

Allerdings will der Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dem Versandhandel von verschreibungspflichtigen Medikamenten einen Riegel vorschieben. Der Hintergrund ist ein Urteil des EGH (Europäischen Gerichtshofes) aus Oktober 2016. In diesem werden die einheitlichen Abgabepreise im grenzüberschreitenden Versandhandel nach Deutschland für unzulässig erklärt. Durch dieses Urteil ist es den ausländischen Ver-sand-Apotheken möglich, hierzulande die Medikamente günstiger anzubieten, im Ver-gleich zu den deutschen. Um genau das zu verhindern, soll der Versandhandel mit ver-schreibungspflichtigen Medikamenten komplett abgeschafft werden.

Die Branche entwickelt sich dynamisch. Immer mehr Menschen sind mit schnellen In-ternetverbindungen ausgerüstet und gehört das elektronische Rezept zum Standard – wie es bereits in 12 europäischen Ländern der Fall ist – dann wird die Digitalisierung auch beim Kauf von Medikamenten allen nützlich sein.

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