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Politologe Eith verwundert über Aufregung um Kretschmann-Video

Der Freiburger Politikwissenschaftler Ulrich Eith wundert sich über die Aufregung, die ein Video mit einem Streitgespräch von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und dem Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel (beide Grüne) in der Öffentlichkeit ausgelöst hat. “Die gegensätzlichen Positionen von Kretschmann und Gastel sind doch lange bekannt”, sagte Eith der “Heilbronner Stimme” (Samstagsausgabe). Dass die Kritiker der Grünen nun die vermeintliche Zerstrittenheit der Partei als Angriffsfläche sehen, sei ebenso normal im beginnenden Wahlkampf.

“Solche Gespräche finden doch in jeder Fraktionssitzung und auf jedem Parteitag von jeder Partei statt. Alles andere sind realitätsfremde Vorstellungen. Wenn es solche Diskussionen nicht gäbe, dann hätten wir doch Diktatur”, sagte der Politikwissenschaftler. “Entscheidend ist, dass die Parteispitzen zu einer gemeinsamen Position finden und diese im Wahlkampf dann auch geschlossen öffentlich vertreten.” Dass ein Ministerpräsident zu “mehr Realitätssinn” gezwungen sei als ein Abgeordneter einer Oppositionspartei im Bundestag, “versteht sich doch von selbst”. Fraglich sei hingegen, wie das Video in die Öffentlichkeit gelangt sei. Der Streit zwischen den unterschiedlichen Flügeln der Grünen sei Jahrzehnte alt und schon mit einer weit größeren Schärfe öffentlich ausgetragen worden. Im Bundestagswahlkampf hält Eith einen realpolitischen Kurs für aussichtsreicher. “Derzeit erscheint mir für die Grünen die Position von Herrn Kretschmann erfolgversprechender. Der letzte grüne Bundestagswahlkampf hat gezeigt, dass mit Ideologie und Bevormundung keine Wahlerfolge gelingen.”

Foto: Winfried Kretschmann, über dts Nachrichtenagentur

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