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Umfrage: Nutzen und Risiken von Drohnen

Die Zahl der gefährlichen Begegnungen zwischen Drohnen und Passagierflugzeugen nimmt stark zu: Das zeigt dem „Focus“ zufolge eine interne Liste der DFS Deutsche Flugsicherung. Diese verzeichnet für 2015 insgesamt 14 gemeldete „Behinderungen durch Drohnen“. Allein im ersten Halbjahr 2016 gab es demnach schon 15 weitere bedrohliche Situationen.

Am häufigsten betroffen waren die Flughäfen Frankfurt, Hamburg, Köln-Bonn und Düsseldorf mit jeweils drei Drohnenbegegnungen, zwei meldete der Flughafen Leipzig. Für mehr Sicherheit fordert Klaus-Dieter Scheurle, Chef der DFS, strengere Regeln: „Wir brauchen eine Registrierung für alle unbemannten Fluggeräte ab einem Gewicht von 500 Gramm.“ Markus Wahl, Pressesprecher der Pilotenvereinigung Cockpit, setzt auf technische Lösungen: „Sogenannte Geofencing-Chips können verhindern, dass Drohnen in gesperrte Gebiete fliegen. Sie kosten nur ein paar Euro.“

Drohnen: Vor- und Nachteile abwägen

Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zeigt: Die Menschen in Deutschland sehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Drohnen im zivilen Bereich. Mit 88 Prozent spricht sich eine deutliche Mehrheit dafür aus, Drohnen für Hilfseinsätze bei Naturkatastrophen einzusetzen. 77 Prozent befürworten den Einsatz zur Überwachung von Industrieanlagen, 63 Prozent sind für die Nutzung von Drohnen in der Landwirtschaft. Doch zugleich befürchten viele Bürger negative Auswirkungen auf ihre Privatsphäre und auf die Sicherheit. Und sie wünschen sich klare Regeln für den Gebrauch. Laut Umfrage sehen 60 Prozent der Bürger in Drohnen ein Gefährdungspotenzial für den Luftverkehr und mehr als Dreiviertel sprechen sich dafür aus, dass der Staat den zivilen Luft-verkehr mit zusätzlichen Maßnahmen vor Drohnen schützen soll.

Akzeptanz-Drohnen Umfrage: Nutzen und Risiken von Drohnen

Auch die deutsche Luftverkehrswirtschaft sieht zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für Drohnen. Die Zahl von kommerziell und privat betriebenen Drohnen im deutschen Luftraum steigt rasant. Einer Hochrechnung der Deutschen Flugsicherung (DFS) zufolge werden allein 2016 in Deutschland rund 400.000 unbemannte Flugsysteme verkauft werden. Vor diesem Hintergrund sieht BDL-Präsident Schulte staatlichen Handlungsbedarf: “Damit sich das große Potenzial der zivilen Nutzung von Drohnen ausschöpfen lässt, muss der Gesetzgeber die Regeln so verstärken, dass der Einsatz von Drohnen den gewerblichen Luftverkehr nicht gefährdet.”

“Ein klares Signal an die Politik”, erkennt BDL-Präsident Schulte in den Ergebnissen der Umfrage: “Wir begrüßen, dass Bundesregierung und der Bundesverkehrsminister den Handlungsbedarf sehen und schnellstmöglich die notwendigen Regularien schaffen wollen, um Risiken für den Luftverkehr zu minimieren, die mit dem Drohnenbetrieb verbunden sind. Wichtig für den Luftverkehr ist, dass dabei auch international möglichst einheitliche Regelungen geschaffen werden.”

BDL-Präsident Schulte stellte dazu in Berlin Vorschläge und Forderungen der deutschen Luftverkehrswirtschaft für einen sicheren Betrieb ziviler Drohnen vor. Dazu zählen:

  • eine Registrierungspflicht,
  • die Sicherheitsaufklärung schon beim Kauf,
  • Versicherungspflicht für Drohnennutzer,
  • Verbesserung der Sichtbarkeit und Identifizierbarkeit,
  • Flugverbot in bestimmten Lufträumen.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind die Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200 Mio. Fluggäste und trägt mit dem Transport von Waren im Wert von über 200 Mrd. EUR zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutsch-land bei. Die Luftfahrt beschäftigt in Deutschland mehr als 800 000 Menschen.

Quellen: BDL und dts Nachrichtenagentur, Grafik: YouGov Deutschland (Juli 2016, Onlineumfrage mit n=2.021), repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren

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