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Virales Marketing – Werbung fast ohne Budget

Es klingt einfach zu schön, um wahr zu sein: eine online Werbebotschaft eines Unternehmens wird von Lesern bzw. Kunden ganz freiwillig weitergegeben und das, ohne das das Unternehmen dafür auch nur einen Cent von seinem Werbebudget investieren muss. Oder ein Blogartikel wird von den Lesern weiter empfohlen, sodass der Blog ohne großes Zutun des Bloggers mehr und mehr Leser erhält.

Besonders Unternehmen hoffen seit Jahren auf fantastische Reichweiten unter dem Stichwort „Virales Marketing“ (viral Marketing) und das bei minimalen Kosten. Aber das funktioniert in der Praxis leider nur selten, denn nur ein sehr geringer Prozentsatz von dem Content, der veröffentlicht wird, ist tatsächlich „viral“. Aber kann Mundpropaganda gesteuert werden? Was muss getan werden, damit sich der Content der veröffentlicht wurde, auch tatsächlich viral verbreitet?

Wie kann ein Artikel so geschrieben werden, dass er sich viral verbreitet?

Wie wird ein Artikel gelesen und wiedergegeben? Wie kann er geschrieben werden, damit er viral weitergegeben, bei Facebook gepostet und in Blogs weiter verlinkt wird?

Sicherlich ein Artikel sollte zum einen sehr gut geschrieben sein und zum anderen ein Thema behandeln, dass die Leser anspricht und interessiert. Doch das ist noch zu unspezifisch, denn durch wen wird bestimmt, was interessant ist? Zwei Forscher an der Universität von Pennsylvania haben sich genau mit diesem Thema auseinandergesetzt und haben dabei herausgefunden, was es braucht, damit ein Artikel viral Erfolg hat. Dafür haben sie die Daten dem Online-Angebot der New York Times entnommen.

Längere Artikel werden häufig weitergesendet und im Netz wiedergegeben als kurze – also ganz entgegen der landläufigen Meinung. Zum einen kann das daran liegen, dass sich der Verfasser des Artikels mit dem Inhalt intensiver auseinandergesetzt hat und aus diesem Grund einen längeren Artikel verfasst. Genau das scheint auch zu funktionieren! Aber was ebenso gut funktioniert, sind Emotionen! Das bedeutet je höher das sogenannte „Involvement“ (der Einbezug des Lesers) ist, desto öfter wird der Artikel weitergegeben. So wird mit Wut und Angst viel erreicht, doch nicht mit Trauer, denn diese weckt weniger Energie als Wut oder Angst. Grundsätzlich hilft die Angst, das Meinungen weitergegeben werden und Einfluss auszuüben – genau das kann auch immer gut bemerkt werden, wenn ein Wahlkampf ansteht.

Was kann noch getan werden? Wer sich einmal die Zahl der Empfehlungen der NYT ansieht, dann sind Frauen die besseren Autoren im Gegensatz zu den männlichen. Aber noch besser ist es, wenn sie bekannt sind und damit eine gewisse Glaubwürdigkeit genießen. Sollte man keinen weiblichen Promi kennen, dann einfach nützliche oder überraschende Dinge veröffentlichen, oder aber Humor ins Spiel bringen.

Der Traum eines Bloggers: Inhalte die geteilt werden

Jeder kennt es aus seinem eigenen Leben: Etwas zu teilen macht Freu(n)de. Derjenige, der gut belesen ist und die lustigsten Geschichten, die interessantesten News oder auch den besten Klatsch kennt und teilt, der erhält ganz automatisch die Aufmerksamkeit in seinem Freundeskreis.

Wenn Content erstellt und online bereitgestellt wird, dann liegt der Wunsch des Bloggers nah, dass dieser geteilt und verbreitet wird. So wird von einem Teil der User Inhalt geteilt, da sie damit ihr Geltungsbedürfnis (Social Currency) befriedigen und zugleich auch ihr soziales Ansehen fördern können. Sie haben das Ziel, sich mit ihrem Insiderwissen zu bestärken, sie wollen witzig sein, Geheimtipps oder auch erstaunliche Dinge teilen. Für sie ist es wichtig, dem sozialen Umfeld zu gefallen und aus diesem Grund nutzen sie die Inhalte, die eben genau das widerspiegeln.

Doch auch die sogenannten Trigger werden dazu motiviert, Content zu teilen, denn hier wird das Gefühl des Miteinanders ausgelöst und in dem Fall fühlt sich der teilende als ein Teil der Community. Hier ist dann Kreativität gefragt, denn bitte, es sollte auf billige „Wer das teilt ist cool“-Methoden bei seinem Content verzichten! Schon seit 2014 wird Klick-Baiting von Facebook mit weniger Reichweite bestraft. Hier sind kreative Kampagnen oder aktuelle Tagesereignisse die Inhalte, die die Trigger erreichen – diese wollen einfach mitmachen, sich beteiligen und die Botschaft verbreiten.

Von vielen Usern wird das Internet genutzt um Antworten auf eine bestimmte Frage zu finden. Für diese Nutzer ist Content, der weiterhilft, Wissen vermittelt oder sogar eine Expertenmeinung enthält sehr hilfreich und vor allem interessant. Auch das sind Aspekte, die den User dazu verleiten, Content zu teilen. Auf diesen Punkt können vor allem Nischenseiten zählen, den ist ein Content gut aufbereitet und enthält einen Wissensmehrwert, dann gefällt er den Lesern.

Zusammenfassung: 5 Gründe für Content Sharing

  • Andere sollen mit dem Content bereichert werden.
  • Der Leser will sich über den Content definieren.
  • Es soll das eigene Netzwerk ausgebaut werden.
  • Es dient als Mittel der Selbsterfüllung.
  • Die eigene Stimme erheben und eine Position beziehen.

Jeder, der den Wunsch hegt, das sein Content geshared (geteilt) wird, der muss in die User/Leser hineinversetzen und nicht einfach nur marktorientiert denken. Erst dann wenn verstanden wird, was der User/Leser wünscht und dann genau dieser Content geliefert wird, ist es möglich, dass das Social Sharing bzw. das virale Marketing besser funktioniert.

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