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Akorn-Übernahme: Fresenius traf auf konzerninternen Widerstand

Während der Übernahmeverhandlungen mit Akorn ist das Fresenius-Management auf internen Widerstand gegen das Projekt gestoßen. Bedenken gegen das mit 4,8 Milliarden Dollar zweitgrößte Projekt der Konzerngeschichte äußerte James Bauersmith, Globaler Strategiechef des Arzneiportefeuilles von Fresenius Kabi, jener Sparte, die Akorn übernehmen sollte. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ / Dienstagausgabe) unter Berufung auf Unterlagen des Delaware Court of Chancery - jenes Gerichts, das sich in den vergangenen Monaten mit dem Fall Fresenius versus Akorn zu befassen hatte. Fresenius hatte im April 2017 die Übernahme angekündigt und sagte sie ein Jahr später ab, wogegen Akorn klagte - Fresenius bekam kürzlich vom Gericht recht. Bauersmith leitete ein Team, welches während der Verhandlungen die "Pipeline" bewertete, den Vorrat möglicher künftiger Arzneien. Der Richter bezeichnet den Manager als "vornehmlichen Skeptiker" des Deals. In Preisverhandlungen wollte Fresenius Kabis Amerikavorstand John Ducker im Januar 2017 eine zunächst abgegebene Offerte erhöhen. "Aber er stieß auf internen Widerstand" ist in den Unterlagen des Gerichts zu lesen. Bauersmith habe in Frage gestellt, ob Akorn so viele neue Produkte bei der Gesundheitsbehörde FDA durchbekommen würde wie geplant. "Bauersmith sah Akorns Zeitplan als `die Definition von Wahnsinn` an", schreibt das Gericht. Bauersmith und sein Team habe konservativere Annahmen treffen wollen. "Ducker war anderer Meinung und beschrieb die konservativeren Annahmen als `einen sicheren Weg, das Projekt zu killen`", heißt es in den Unterlagen weiter. Zudem spielten die kurz zuvor auf den Markt gebrachten Produkte kaum Umsatz ein. Die jüngste Bilanz sei "beinahe lächerlich", urteilte Bauersmith. Der Manager verließ Fresenius im Frühjahr dieses Jahres, arbeitet seit Mai in der Konzernentwicklung des Generikaherstellers Amneal, wie seinem Profil auf einem beruflichen Netzwerk zu entnehmen ist. Es sei aber nicht so, dass Fresenius sich von ihm trennen wollte, sagen Konzernkenner.

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