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Aldi-Tochter Hofer verspricht giftfreie Textilien

Textilien Wien - Der österreichische Diskonter Hofer und dessen weltweit agierendes Mutterunternehmen Aldi verpflichten sich, bis zum Jahr 2020 alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien aus der Textilproduktion zu verbannen. Das Unternehmen veröffentlichte dazu heute einen detaillierten Plan und reagiert damit auf die Forderungen der Detox-Kampagne von Greenpeace. "Hofer hat erkannt, dass der Handel mit auf Kosten der Umwelt produzierter Massenware ein schlechter Deal ist. Mit dem Entgiften seiner Textilproduktion gehen Hofer beziehungsweise Aldi einen wichtigen Schritt und folgen dem Trend, den die Detox-Kampagne in der internationalen Textilbranche setzt", zeigt sich Nunu Kaller, Textilexpertin und Konsumentensprecherin bei Greenpeace in Österreich, erfreut.

Hofer, aber auch das in Deutschland ansässige Mutterunternehmen Aldi, hatten schlecht abgeschnitten, als Greenpeace im Herbst 2014 Kinderkleidung und Schuhe verschiedener Diskonter auf gefährliche Chemikalien testete. Besonders negativ aufgefallen war ein Paar Schuhe von Hofer, das eine deutlich erhöhte Konzentration an Dimethylformamid enthielt. Dimethylformamid gilt als akut fortpflanzungsgefährdend, akut toxisch und gesundheitsschädlich bei Hautkontakt. Eine zugehörige Befragung der getesteten Diskonter ergab, dass Hofer zwar in einigen Bereichen etwas nachhaltiger agiert als der Mutterkonzern Aldi, dies jedoch nicht ausreichend bzw. den Greenpeace Detox-Kriterien entsprechend.

Nun wollen Hofer und Aldi gefährliche Schadstoffe wie oben genanntes Dimethylformamid oder die als Abbauprodukte für Wasserorganismen hochgiftigen Alkylphenolethoxylate (APEO) bis Ende Juni 2016 verbannen. Eine endgültige Auslistung von PFCs muss bis Ende 2016 geschehen. Außerdem will der Diskonter weltweit über das Abwasserproblem aufklären: 80 Prozent der Lieferanten sollen ihre Abwasserdaten bis Ende März 2016 offenlegen, damit sich die Bevölkerung im Umfeld der Fabriken über die Chemikalien im Abwasser informieren kann. Diese Verpflichtung bezieht sich auf das gesamte eigene Sortiment an Textilien und Schuhen und inkludiert außerdem alle Heimtextilien wie Handtücher oder Bettwäsche. Bis Ende Juni 2016 wollen Hofer bzw. Aldi darüber hinaus ein Programm für "nachhaltigen Konsum" aufsetzen.

Mit diesem Schritt schwenkt die Textilherstellung der Diskonter insgesamt auf einen sauberen Kurs und den Weg der Detox-Kampagne um. Sowohl Lidl als auch Rewe/Penny und der Hamburger Handelsriese Tchibo haben bereits auf die Greenpeace-Kampagne reagiert und angekündigt, die Produktion zu entgiften. Tchibo will sogar ein Rücknahme- und Recycling-Programm einführen. Dies ist umso bedeutender angesichts des rasant wachsendenden Textilgeschäfts der Discounter: Jede Woche werfen die Billig-Supermärkte gewaltige Stückzahlen von Textilien und Schuhen zu Billigpreisen auf den Markt. "Was Lidl, Hofer und Rewe weltweit initiiert haben, ist ein großer Schritt. Nun müssen auch die weltweit größten Einzelhändler wie Wal-Mart, Carrefour und Tesco im Sinne des Umweltschutzes nachziehen", fordert Nunu Kaller.

Bereits 24 international führende Modeunternehmen und sechs italienische Zulieferer haben sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, ihre Produktion bis 2020 zu entgiften. Denn die Abwässer der Textilfabriken verunreinigen Gewässer weltweit. In den asiatischen Produktionsländern ist das Problem besonders gravierend. In China sind etwa zwei Drittel der Gewässer mit gefährlichen Chemikalien kontaminiert, vor allem aus der Textilindustrie.

Quelle: ots

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Ein Kommentar

  1. Ist ja heutzutage nicht all zu schwer selbständig nach qualitativen und gleichzeitig preiswerten Produkten zu suchen. Geht heutzutage ja einfach mit Schnäppchenseiten, oder Preisvergleich-apps, wie von Meinprospekt z.B(www.meinprospekt.de)Dann ist man nicht immer so abhängig von den ganzen Billigdiscountern mit ihren oft giftig produzierten Produkten!

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