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Angela Merkel profitiert von der guten Wirtschaftslage

Sie führt seit Jahren die Listen der beliebtesten Politiker an und ist als Kanzlerin unangefochten. In Griechenland wird sie dagegen wegen ihrer harten Haltung in der Euro-Krise in Nazi-Kluft gezeigt. Angela Merkel gilt als machtbewusst und pragmatisch und ist gerade auf internationaler Bühne nicht unumstritten. Die gebürtige Hamburgerin wächst in der DDR auf. Nach der Wende startet die Pfarrerstochter eine steile Karriere in der CDU. Sie wagt den Bruch mit dem Übervater Helmut Kohl und steht seit dem Jahr 2000 selbst an der Spitze der Partei. Seit 2005 führt sie die Bundesregierung - zunächst in der großen Koalition mit der SPD und seit 2009 mit der FDP. Nils Diederich, Politologe an der Freien Universität von Berlin: "Sie ist politisch sehr geschickt in die Mitte gerückt und hat damit vielen Wählern das Gefühl der Kontinuität und damit der Sicherheit vermitteln können. Das war kein abrupter Bruch, sondern eine schrittweise Entwicklung." Merkel genießt auch jenseits der CDU-Wählerschaft den Respekt vieler Deutscher - trotz mancher politischer Wendemanöver wie beim Atomausstieg. Zusätzlichen Rückenwind gibt ihr die stabile Wirtschaftslage. Nils Diederich erklärt die Situation der Opposition: "Die Frage der wirtschaftlichen Probleme ist für viele Wähler immer ein Grund, sich anders zu entscheiden. Aber die Opposition hat im Moment wenig Möglichkeiten, an diesem Punkt anzugreifen." Die laut Forbes-Liste mächtigste Frau der Welt bleibt trotzdem am Boden: Für extravagante Hobbys ist die oft wegen ihres Kleidungsstils verspottete Kanzlerin nicht bekannt. Ihre knappe Freizeit verbringt sie am liebsten in der Oper oder beim Wandern. An der Supermarktkasse wird sie beim Bezahlen von Lauch und Weißwein beobachtet. Dass sie trotzdem gern die große Bühne sucht, steht ihrer Bodenständigkeit nicht entgegen. Gero Neugebauer, SPD-Experte an der Freien Universität: "Frau Merkel hat nach jetzt sieben Jahren Kanzlerschaft ein Potential an Aufmerksamkeit geschaffen. Insofern hat sie eine herausgehobene Position." Dass Merkel eine dritte Amtszeit als Bundeskanzlerin anstrebt, erscheint da nur konsequent. Ihr SPD-Herausforderer Peer Steinbrück liegt in Umfragen deutlich hinter ihr. Da sie sämtliche CDU-Landesfürsten kalt gestellt hat, braucht sie auch aus den eigenen Reihen keine Konkurrenz zu fürchten. Gut möglich, dass Angela Merkel als einzige Staatenlenkerin in Europa die Krise unbeschadet übersteht.

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