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Appenzeller Käse erobert Deutschland

Appenzell – Der Appenzeller Käse hat Tradition. Appenzeller Käse wurde bereits 1282 urkundlich erwähnt. Der Name ist inzwischen längst geschützt. Er wird von rund 70 Dorfkäsereien im Kanton Appenzell Ausserrhoden und in Teilen des Kantons St. Gallen und Thurgau erzeugt. Die Vermarktung erfolgt über die Appenzeller Käse GmbH. 2012 musste der Appenzeller Käse Exporteinbußen hinnehmen, obwohl die Exporte von Schweizer Käse generell gestiegen sind. In Deutschland blieben die Abnahmezahlen jedoch gleich. Gesamt sank der Export von Appenzeller Käse von 63 auf 60 Prozent. Gemeinsam mit Le Gruyere und Emmentaler zählt er zu den stärksten Exportkäsen. Auch der Name Le Gruyere ist geschützt. Er wird in 185 Käsereien und 51 Alpbetrieben nach beinahe 1000 Jahre alter Überlieferung hergestellt. Der ursprünglich aus dem Emmental stammende Emmentaler wird inzwischen auch im Ausland produziert. In der Schweiz unterliegt die Herstellung genauen Vorschriften, um seine Ursprünglichkeit zu bewahren.

Deutsche essen mehr Käse

Der Gesamtexport von Schweizer Käse erhöhte sich 2012 um 3,7 Prozent auf 66.905 Tonnen. Allein nach Deutschland lieferte die Schweiz im Jahr 2012 29.347 Tonnen Käse. Obwohl die Schweiz ein traditionelles Käseland ist, essen Deutsche im Schnitt mehr Käse als Schweizer. Der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt bei 22,4 Kilogramm pro Jahr, in der Schweiz bei 21,2 Kilogramm. Dabei leistet sich der Deutsche auch durchaus teure Käsesorten. So ist er bereit, für 1 Kilo Schweizer Käse bis zu 30 Euro zu bezahlen. Die Beliebtheit des Schweizer Käses schlägt sich auch in den Exportzahlen 2013 nieder. Im ersten Halbjahr konnte der Export gegenüber 2012 noch weiter gesteigert werden, um 2,7 Prozent. In den ersten 6 Monaten verkaufte die Schweiz 31.873 Tonnen Käse ins Ausland. Hauptmärkte sind nach wie vor Deutschland, Italien und Frankreich. Allein nach Deutschland wurden im ersten Halbjahr 14.092 Tonnen Schweizer Käse geliefert, was ein Plus von 3,2 Prozent bedeutet. Nach Italien wurde jedoch 6,8 Prozent weniger Käse exportiert.

Käsekonsum im Inland gleichbleibend

Verzehrte der durchschnittliche Schweizer im Jahr 2012 rund 21,2 Kilogramm Käse, entspricht die Menge auch der aus dem Jahr 2011. Am begehrtesten zeigte sich Frischkäse, von dem der Durchschnitts-Schweizer immerhin 6,86 Kilogramm zu sich nahm. Knapp dahinter in der Beliebtheit liegt der Halbhartkäse, gefolgt von Hartkäse. Am wenigsten kaufen sich Schweizer Spezialprodukte wie Ziegen- oder Schafkäse. Bei ihnen lag der Pro-Kopf-Verbrauch im Jahr 2012 bei nur 130 Gramm. In der Schweiz werden heute rund 450 Käsesorten erzeugt. Um sich auch am internationalen Markt in Zukunft behaupten zu können, wurde verstärkt auf Qualität gesetzt. AOC, ein Gütesiegel, wurde inzwischen an 10 Käsesorten vergeben. Auch die Erzeugung von Bio-Käse hat an Bedeutung gewonnen.

Foto: Boymk

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