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Augsburg: Großrazzia wegen Verdacht auf Steuerhinterziehung

Die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt gegen 106 Beschuldigte, die im Verdacht stehen, durch dubiose Tricks den Fiskus geprellt zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft dem „Handelsblatt“ bestätigte, gab es im Rahmen der Ermittlungen Mitte Januar eine große Durchsuchungsaktion vor allem in Süddeutschland. Es waren 30 Staatsanwälte, mehr als 800 Beamte verschiedener Steuerfahndungsstellen sowie Kräfte der Polizei im Einsatz.

Nach Angaben der Justiz besteht der Verdacht, dass zwei Beschuldigte ein illegales Steuersparmodell initiiert und maßgeblich zusammen mit drei weiteren Beschuldigten betrieben haben. Die übrigen Beschuldigten werden verdächtigt, dieses umgesetzt und im Zeitraum 2009 bis 2016 nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt zu haben. Dabei nutzten sie offenbar eine Masche, die unter dem Namen „Goldfinger“ bekannt wurde. Vor allem bei Einkommensmillionären war dieser Trick beliebt, sie konnten ihre Steuerlast damit massiv drücken. Dabei nutzten sie den Progressionseffekt des deutschen Einkommensteuersystems. Mit der Gestaltung war es möglich, temporäre Verluste zu erzeugen und mit positiven Einkünften zu verrechnen. So fiel der Steuersatz viel niedriger aus und brachte hohe Steuerersparnisse. Das Modell wurde auf den Namen „Goldfinger“ getauft, weil sich die Spitzenverdiener zur Erzeugung steuerlicher Verluste häufig einer eigens dafür gegründeten Goldhandelsfirma im Ausland bedienten, über die Käufe von Gold oder anderen Edelmetallen abgewickelt wurden. Seit Mitte 2013 ist die Steuervermeidung über das Modell „Goldfinger“ nicht mehr möglich. Zuvor hatte der Bundesrechnungshof gerügt, dass dem Staat durch dieses System jährlich Steuereinnahmen in dreistelliger Millionenhöhe entgangen seien.

Foto: Finanzamt, über dts Nachrichtenagentur

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