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Autoreisende profitieren von niedrigen Kraftstoffpreisen

Die Verbraucherpreise für Kraftstoffe sind im Mai 2020 infolge des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt um 20,7 Prozent niedriger gewesen als im Vorjahresmonat. Derart niedrig waren die Preise letztmalig zu Beginn des Jahres 2016, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Es gibt jedoch erste Indizien dafür, dass Tanken für Verbraucher wieder teurer wird: So stiegen die Importpreise für Erdöl von April bis Mai 2020 um 34,2 Prozent und die für Mineralölerzeugnisse um 8,1 Prozent.

Diese Preissteigerungen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen kamen im Juni 2020 bereits auf der Ebene der Verbraucherpreise an. Nach den bereits für einige Bundesländer vorliegenden Daten müssen die Verbraucher für Kraftstoffe im Juni 2020 regional unterschiedlich zwischen vier Prozent und sechs Prozent mehr bezahlen als im Mai 2020. Trotz des Preisanstiegs liegen die Kraftstoffpreise aber weiterhin deutlich unter den Preisen des Vorjahres. Vor diesem Hintergrund ist eine Urlaubsreise mit dem Auto für Verbraucher aktuell vergleichsweise günstig. Allerdings bleibt das Reiseverhalten seit Jahren konstant, Urlaub mit Auto war schon vor der Coronakrise beliebt: Seit zehn Jahren in Folge begibt sich fast die Hälfte der Deutschen mit dem Pkw auf die Reise ins Ausland. Im Jahr 2019 lag deren Anteil bei 42 Prozent. Fast genauso viele Reisende wählten 2019 das Flugzeug (41 Prozent) während nur vier Prozent mit dem Zug verreisten. Besonders Reisende mit Kindern bevorzugen den Pkw: 52 Prozent fuhren 2019 mit dem Auto in den Urlaub. Im Unterschied dazu lag der Anteil der Autoreisenden ohne Kinder bei 36 Prozent. Egal ob die Reise mit oder ohne Kind unternommen wurde: Die beliebtesten ausländischen Reiseziele deutscher Autotouristen waren im vergangenen Jahr Italien, Österreich und Frankreich. Die Wahl des Autos für die Urlaubsreise liegt aufgrund der hohen Verfügbarkeit nahe: Im Durchschnitt verfügten 2019 mehr als drei Viertel aller Haushalte in Deutschland über einen Pkw (77 Prozent). Auch bei einem vergleichsweise niedrigen monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.300 Euro bis 1.700 Euro hatten 69 Prozent der Haushalte ein Auto. Bei einem Einkommen unter 1.300 Euro waren es noch 42 Prozent.

Foto: Zapfsäule, über dts Nachrichtenagentur

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