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Bank Frey gibt auf

Zürich – Nachdem die Bank Frey von den US-Steuerbehörden unter die Lupe genommen wird, ist es ihr unmöglich, die Geschäfte weiterzuführen. Die USA werfen der Bank Frey vor, unversteuerte Gelder angenommen zu haben. Die Bank zieht sich nun aus dem Bankengeschäft zurück. Bereits im Jänner 2013 musste eine Schweizer Bank aufgrund des Steuerstreits mit den USA das Handtuch werfen, Wegelin. Sie wurde in den USA angeklagt und musste schließlich an die Raiffeisen-Gruppe notverkauft werden.

Bank Frey

Bei der Bank Frey handelt es sich um eine Privatbank, die 2002 gegründet wurde. Sie verwaltete noch im Jahr 2011 ein Kundenvermögen von 1,8 Milliarden Schweizer Franken, 2012 rund 2 Milliarden Franken. Hugo A. Frey war 1936 Mitbegründer einer Anwaltskanzlei, die ab 1941 auch Vermögen für Klienten verwaltete. 1995 wurde das Verwaltungsgeschäft in die ZT Zurich Trust AG ausgelagert. Sein Sohn, Markus A. Frey, gründete später daraus die Bank Frey & Co. AG. Die Bank wurde in die Frey Group Holding integriert, die von der Familie mehrheitlich kontrolliert wurde. Seitens der Bank heißt es nun, dass die Bank liquide sei und in den USA weder angeklagt noch bedroht sei, angeklagt zu werden. Die Kosten infolge des Steuerstreits hätten jedoch ein Ausmaß erreicht, das für eine kleine Bank nicht mehr tragbar sei. Die Aktionäre haben nun auf einer außerordentlichen Generalversammlung auf Antrag des Verwaltungsrates entschieden, die Geschäftstätigkeit einzustellen. Die Entscheidung sei freiwillig, heißt es. Dabei ist jedoch anzunehmen, auch wenn die Finma den Rückzug aus dem Bankgeschäft nicht verlangt habe, doch sie die Geschehnisse um die Bank sehr genau beobachtet hat.

Es begann im April 2012

Im April 2012 wurde in den USA nicht nur der Leiter der Privat-Banking-Einheit angeklagt, sondern auch ein Partner der Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey, der durch seinen Tätigkeitsbereich in die Bankgeschäfte involviert war. Die Anklage lautete auf Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Im Mittelpunkt des Vorwurfs stand die Tatsache, dass die Bank noch unversteuerte Gelder angenommen habe, nachdem die unlauteren Tätigkeiten der UBS bereits bekannt waren. In der Anklageschrift hieß es, die Bank hätte von Mitte 2009 bis Februar 2012 die Zahl der amerikanischen Kunden sogar um 300 Prozent erhöht. 44 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens stamme von amerikanischen Kunden. Die Bank Frey hat sich also aus dem Bankgeschäft endgültig zurückgezogen, obwohl beteuert wird, dass keine Anklage drohe. Auch wird betont, dass gegenwärtig aufgrund der laufenden Untersuchungen keine weiteren Erklärungen abgegeben werden könnten. Zu gegebener Zeit werde die Bank Frey dies jedoch nachholen.

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