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Bau des Kreativwirtschaftszentrums Jungbusch beginnt

Viel Raum für kreative Ideen – dies soll das neue Kreativwirtschaftszentrum im Jungbusch bieten. Mit dem ersten Spatenstich fiel heute der Startschuss für den Bau des Zentrums, das Anfang 2015 seine Pforten öffnet. Nach seiner Fertigstellung wird das Kreativwirtschaftszentrum von der mannheimer gründungszentren gmbh (mg:gmbh) betrieben.
Die Planungen von „Hartwig Schneider Architekten“ sehen zwei Gebäudeteile vor. Der sechsgeschossige Neubau soll für junge kreative Firmen und Existenzgründungen – ganz gleich, ob aus den Bereichen Design, Fotografie, Mode, IT/Games, Film oder kreative Dienstleistungen – ein attraktives, flexibles und preisgünstiges Raumangebot bieten, das die besonderen Bedürfnisse der Branche aufgreift und zielgruppenorientiert umsetzt. Daneben wird zwischen den beiden denkmalgeschützten Giebelwänden des ehemaligen Yaman-Gebäudes – einem Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert – ein zweigeschossiger Neubau integriert, wo sich später die Galerie befindet. Darüber hinaus finden „Show-Rooms“, Besprechungsräume und ein gastronomisches Angebot im Zentrum ihren Platz. Ein Durchgang zwischen Zentrum und Galerie soll neuen öffentlichen Raum schaffen und einen weiteren Zugang zum Wasser ermöglichen. Der Bau umfasst eine Bruttogeschossfläche von knapp 6.400 Quadratmetern und eine Nutzfläche von circa 4.300 Quadratmetern. Dank der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH konnte das Baugrundstück zur Verfügung gestellt werden.
„Mannheim hat mit dem Musikpark Mannheim und der Popakademie Baden-Württemberg schon sehr früh ein international beachtetes Signal einer institutionalisierten Kreativwirtschaft gesetzt. Das neue Kreativwirtschaftszentrum im Jungbusch ist ein weiterer Anziehungspunkt für junge und innovative Firmen und verfolgt somit das Ziel, zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen und zu erhalten. Das geplante Zentrum ist gleichzeitig ein weiterer Meilenstein für den Strukturwandel im Stadtteil Jungbusch“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. „Die Tatsache, dass wir aufgrund der Unterstützung des Landes und der EU in der Lage sind, hier neue wirtschaftliche und kulturelle Akzente zu setzen ist keine Absage an soziale Notwendigkeiten. Wir ergreifen hier eine Chance, deren einzige Alternative wäre: sie nicht zu ergreifen“, so Kurz.
„Bei der Ansiedelungsentscheidung für kreative Unternehmen wird das neue Zentrum eine entscheidende Rolle spielen und so den Wirtschaftsstandort stärken. Die bereits geschaffenen musikwirtschaftlichen Institutionen und die kreative Kraft des Jungbuschs lassen zahlreiche Synergieeffekte erwarten“, sagt Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch.
„Der Entwurf des Büros Hartwig Schneider ging auf die Anregungen ein, die aus dem Stadtteil kamen. Er setzt sich sehr gelungen mit den Gegebenheiten vor Ort auseinander und ist so eine optimale Nahtstelle zwischen dem Wohnquartier und dem Hafengebiet. Der neue Durchgang zum Verbindungskanal signalisiert Offenheit zum Quartier und bietet gleichzeitig einen weiteren Platz für Kommunikation und Begegnung“, so Baubürgermeister Lothar Quast zur städtebaulichen Situation.
Das neue Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch, das auf der Fläche eines aufgegebenen Gewerbestandortes der Firmen Durfferit und Yaman entsteht, knüpft an die städtebauliche Entwicklung entlang der Hafenpromenade an, die von der daneben liegenden ICE-Strecke auch als positive optische Visitenkarte der Stadt wahrgenommen wird. Inhaltlich stellt das Kreativwirtschaftszentrum eine wichtige Ergänzung zur Popakademie Baden-Württemberg und dem Musikpark Mannheim und somit zur Musikwirtschaft dar, wodurch sich neue Kooperations- und Synergiepotenziale ergeben. Popakademie, Musikpark, die Turnhalle plus x, vielfältige Stadtteilaktivitäten, die Ansiedlung von Galerien, Gastronomie und Unternehmen sind Ausdruck einer Entwicklung des gesamten Stadtteils Jungbuschs zum kulturellen Motor der Stadt und einer Dynamik, die sich gegenseitig bedingt. Sie stehen als Ausgangspunkt für viele kreative Ideen, die sich unabhängig von eigenen städtischen Maßnahmen weiter entwickelt haben. So wurde zum Beispiel nicht weit entfernt vor einigen Wochen das neue Speichergebäude eingeweiht, in der alten Bettfedernfabrik im Industriegebiet wurde ein rein privatwirtschaftliches Zentrum für Unternehmen der It-Branche, Design und Mode geschaffen. Das sind Beispiele dafür, wie Strukturen und Arbeitsplätze geschaffen wurden, die die Stadt positiv verändern.
Insgesamt erhält die Stadt Mannheim 6,4 Millionen Euro Förderung für das Zentrum. Hiervon stammen 4,75 Millionen Euro aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und weitere 1,66 Millionen Euro aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg zur Förderung der wirtschaftsnahen Infrastruktur. Die Gesamtinvestition im Stadtteil Jungbusch beläuft sich auf 14,9 Millionen Euro. „Dieser Spatenstich ist ein weiterer Baustein einer erfolgreichen Strategie der Stadt Mannheim und des Landes Baden-Württemberg. Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort Mannheim zu stärken und zielgenaue Impulse für kreative Ideen und neue Arbeitsplätze zu geben. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird die Stadt Mannheim auch künftig auf diesem Weg begleiten und unterstützen“, hebt Regierungspräsidentin Nicolette Kressl die Bedeutung der Förderung hervor.
„Mit dem Kreativzentrum Jungbusch wird ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte der Kreativwirtschaft in Mannheim gesetzt. Die Förderung der EU und des Landes können damit wichtige Beiträge zu Wachstum und Beschäftigung in Mannheim leisten.
Ich bin davon überzeugt, dass mit dem Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch zahlreiche junge Unternehmen aus den Zukunftsbranchen der Kreativwirtschaft ein ideales Umfeld für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung erhalten und so weitere zukunftsfähige Arbeitsplätze in Mannheim entstehen werden,“ sagte der Vertreter des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft, Klaus-Peter Esser anlässlich des Spatenstiches.
„Mannheim hat als einer der ersten Städte erkannt, welche Wirkung die Ansiedelung von Kreativwirtschaft für eine Stadt hat. Der Bau eines neuen Kreativwirtschaftszentrums ist ein starkes Signal für die Wertschätzung, die Kreativwirtschaft am Standort erfährt“, begrüßt Christian Sommer, Geschäftsführer der mg:gmbh die Förderung.
Die Fördermittel aus dem EU-Programm für „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ 2007-2013 (RWB) zur nachhaltigen Stadtentwicklung in Baden-Württemberg werden vom Fachbereich für Wirtschafts- und Strukturförderung koordiniert. Der Fachbereich ist außerdem Träger des Bauvorhabens.

Mannheim profitiert von EU-Strukturförderung

Die Stadt Mannheim konnte von der EU-Strukturförderung außergewöhnlich profitieren. Aus der Ziel-2 Förderung von 2000 – 2006 und in der aktuellen Förderphase (2007 – 2013) des Programms für „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ erhielt Mannheim insgesamt Fördermittel der EU und des Landes Baden-Württemberg in Höhe von rund 45 Millionen Euro zugesprochen und konnte damit Infrastrukturmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von über 85 Millionen Euro umsetzen. Die Schwerpunkte der Maßnahmen liegen bei der Flächenreaktivierung und dem Auf- und Ausbau von zielgruppenorientierten Angeboten , wie Gründungs- und Kompetenzzentren oder Beratungs- und Finanzierungsinstrumenten. Umsetzungsbeispiele mit europaweiter Ausstrahlung sind der Musikpark Mannheim, Gründerinnenzentrum gig7 und das MAFINEX-Technologiezentrums, die Kreativwirtschaftszentren „Altes Volksbad“ und im Jungbusch, die unter dem Dach der mg:gmbh zusammengeschlossen sind, sowie die die Popakademie Baden-Württemberg.

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