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Benjamin Otto will Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group werden

An der Spitze der Otto Group zeichnet sich ein Generationswechsel ab: Benjamin Otto, der Sohn des langjährigen Vorstandsvorsitzenden und heutigen Aufsichtsratschefs Michael Otto, möchte im Aufsichtsgremium des Handelskonzerns in die Fußstapfen seines Vaters treten. „Ich fühle mich bereit, die Hauptverantwortung zu übernehmen“, sagte Benjamin Otto der „Welt am Sonntag“. Grundsätzlich sei für ihn die Macht in einem Unternehmen nicht wichtig.

Er brauche sie nicht, um gestalten zu können. „Dennoch würde ich mich freuen, das Amt irgendwann übernehmen zu können“, antwortete Otto auf die Frage, ob er Vorsitzender des Aufsichtsrates werden wolle. Es gebe jedoch keine Absprache, wann das sein werde. „Das wird mein Vater entscheiden“, sagte der Unternehmer. Derzeit ist Benjamin Otto einfaches Mitglied des Kontrollgremiums der Otto Group und bezeichnet sich selbst als „gestaltender Gesellschafter“. Seine Kernaufgabe bestehe darin, das Unternehmen in der Digitalisierung weiter voranzubringen. „Ich war in den vergangenen Jahren auf dem Weg, meine Mitte zu finden. Ich habe herausgefunden, dass die Extreme niemals mein Ziel waren“, sagte Otto, der unter anderem Geschäftsführer der Konzerntochter Collins war. „Am Ende hat es viel Überwindung gekostet, mich gegen die traditionelle Nachfolge im Unternehmen auszusprechen“, sagte Benjamin Otto. Er habe aufgehört, sich mit seinem Vater zu vergleichen. „Dabei kann ich nur verlieren.“ Er habe die perfekte Position für sich im Unternehmen gesucht und sie jetzt gefunden. „Ich kann jetzt so sein, wie ich bin und das macht mich sehr glücklich.“ Einfluss im Unternehmen möchte er sehr wohl nehmen. „Es gibt eine klare Aufgabenhoheit des Vorstands. Trotzdem entdecke ich Dinge, die mir nicht gefallen“, sagte Otto. In der Vergangenheit hätte das Management manche Diskussion nicht bis zum Ende geführt. „Das haben wir gerade verändert.“ Außerdem sei das Denken in Silos noch vorhanden. „Ich meine damit die alleinige Konzentration auf den eigenen Unternehmensbereich oder die eigene Firma“, sagte Otto. Entscheidungen würden oft von Einzelpersonen getroffen. „Dabei erleben wir gerade in den Unternehmen eine Umverteilung der Macht, eine Demokratisierung“, sagte er. Privat will der Unternehmer ein Buch schreiben. „Es wird ein Sachbuch werden, in dem ich beschreiben möchte, wie alles miteinander zusammenhängt“, sagte Otto. Es gebe eine Urkraft, die alles zusammenhalte. „Ich will die Dinge auf eine neue Art verknüpfen und Komplexes einfach erklären.“

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