Berlin – Gesundheitsregion der Zukunft

Berlin – Geht es nach Gesundheitssenator Mario Czaja von der CDU, so könnten Berlin und Brandenburg eine der führenden Gesundheitsregionen in Europa werden. In Berlin trafen 300 Vertreter aus Wirtschaft, Medizin und Politik auf der Berlin Health Week zusammen und berieten, wie in Zukunft ein Wachstum der Gesundheitsbranche in den Regionen erreicht werden könne. Der Boden ist fruchtbar und der Standort ausbaufähig, denn in Berlin sind 30 Unternehmen aus dem Pharmabereich ansässig. Zusammen erwirtschafteten sie im Jahr 2012 einen Umsatz von 6,03 Milliarden Euro, das sind 14 Prozent des Umsatzes der gesamten Branche in Deutschland.

Industriearmes Berlin

Berlin gilt als besonders industriearme Region. Doch wegen der Konzentration von Wissenschaft, Gesundheitsversorgung und den produzierenden Mittelstandsfirmen habe die Gesundheitswirtschaft das Potential, der Motor für unsere Stadt zu sein, erklärte Czaja. Und die Zahlen geben ihm Recht, so erwirtschafteten die Pharmafirmen 26 Prozent des gesamten Industrieumsatzes in Berlin. Jeden zehnten Industriearbeitsplatz in Berlin stellt ein Pharmaunternehmen und insgesamt sind in der Branche 9.300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Verband forschender Arzneimittelhersteller betonte, dass in den Standort Berlin auch viel investiert werde, 2011 waren es 9.500 Euro pro Mitarbeiter. Die größten Pharmafirmen in der Bundeshauptstadt sind Bayer mit rund 4.500 Mitarbeitern, die Berlin Chemie mit 1.800 Beschäftigten und Pfizer stellt 1.500 Arbeitsplätze. Doch nicht nur Pharmaunternehmen sind für Berlins Wirtschaft wichtig. In der gesamten Gesundheitsbranche arbeiten in der Bundeshauptstadt und in Brandenburg rund 300.000 Beschäftigte, dabei werden 16 Milliarden Euro umgesetzt.

Stadt der klinischen Studien

Nirgendwo in Deutschland werden so viele klinische Studien durch geführt wie in Berlin, rund 3.000 pro Jahr. Aus diesem Grund sieht auch die frühere Gesundheitsministerin von der SPD in Nordrhein-Westfalen und gegenwärtige Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller, Berlin als idealen Standort für forschende Firmen und Institute. Das größte Forschungsinstitut ist Charite, die größte Universitätsklinik in Europa. Charite ist seit 2003 der Name der medizinischen Fakultät der Humboldt- und Freien Universität Berlin. Das Institut  verfügt über 3.200 Betten und wird von 7.000 Studenten besucht. Die Charite ist in 17 Zentren unterteilt, innerhalb derer wiederum mehr als 100 Kliniken und Institute arbeiten. In 13 Zentren liegt der Schwerpunkt auf der Versorgung von Patienten und in 4 Zentren wird Forschung betrieben und unterrichtet, wobei alle Zentren zentrenübergreifend tätig sein. Um den Standort Berlin-Brandenburg noch attraktiver zu machen, wurde das Cluster Gesundheitswirtschaft Berlin-Brandenburg eingeführt, ein Netzwerk, das von beauftragten Spezialisten aus den beiden Bundesländern betrieben wird.  Ziel ist die Vernetzung von Verwaltungen, Unternehmen, Krankenhäusern und Hochschulen.

Foto: © African_fi

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