in Ruhe essen

Berufliches Engagement bis zum Magenbrennen

in Ruhe essenBerlin – Dass fette, üppige und säurehaltige Mahlzeiten Verdauungsprobleme wie Sodbrennen begünstigen, ist gemeinhin bekannt. Auf den Magen können aber auch Dauerstress sowie ein hektischer Lebensstil schlagen. Beides regt nämlich zur Produktion von überschüssiger Säure an. Ganze 50 Prozent der Arbeitnehmer klagen laut dem Stressreport Deutschland über die wachsende Belastung am Arbeitsplatz. Dazu tragen Terminstress, eilige Telefonate, die tägliche E-Mail-Flut, aber auch Ärger mit Vorgesetzten bei. Der Zeitdruck ist mitunter so weit angestiegen, dass kaum noch Zeit für eine kurze Pause oder das regelmäßige Essen in der Kantine bleibt. Und der „Stressfalle“ lässt sich auch am Feierabend nur schwer entkommen, weil dann meist Unerledigtes „noch schnell“ erledigt wird. Fehlt dann die Zeit und Muße zum Kochen, wird ebenfalls gerne zum Fertiggericht oder zum Angebot der nächsten Imbissbude gegriffen.

Säurebedingte Magenprobleme: ein Massenproblem?

Einige werden sogar zu regelrechten „Stress-Essern“. Sobald Ärger ins Haus steht, greifen sie zum kleinen Snack. Gummibärchen oder Kekse dienen ihnen als willkommene Nervennahrung, die sie mit starkem Kaffee in den Magen spülen. Sie bunkern in den Schreibtischschubladen Schokolade und Chips, die bei Bedarf schnell hinunter geschlungen wird. Die Folge: Nach aktuellen Schätzungen leidet ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland zeitweilig oder sogar chronisch unter Sodbrennen oder anderen, säurebedingten Magenproblemen. Betroffen sind dabei in erster Linie Menschen, die beruflich stark engagiert sind und kaum auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Einen Selbsttest und viele Tipps zum Thema Sodbrennen finden Interessierte im Internet.

Stress schlägt sich auf die Verdauung

Für eine gesunde Verdauung ist Magensäure zwingend erforderlich. Weil die Magenschleimhaut von einer dicken Schleimschicht geschützt wird, kann die Magensäure üblicherweise auch keinen Schaden anrichten. Säurebedingte Beschwerden können aber auftreten, wenn der natürliche Schutz geschwächt worden ist oder die Magensäure in die Speiseröhre fließt und dort die Schleimhaut reizt. Das kann passieren, wenn zu viel Magensäure produziert wird oder der Ringmuskel, der sich am Eingang des Magens befindet, nicht richtig schließt. Normalerweise hält dieser den Inhalt des Magens zurück. Beide Störungen können dabei durch Stress entstehen und verstärkt werden, denn Cortisol, Adrenalin und andere Stresshormone bringen ein Ungleichgewicht in das vegetative Nervensystem. Dieses ist beispielsweise dafür verantwortlich, dass der Magen-Darm-Trakt reibungslos funktioniert. Bei einer Störung kommt es hingegen zu saurem Aufstoßen, Magenschmerzen und Sodbrennen.

Säure binden zur Schmerzlinderung

Um das unangenehme Symptom des Sodbrennens dauerhaft und wirkungsvoll in den Griff zu bekommen, empfiehlt sich folgende Herangehensweise: Akut lässt sich Magensäure medikamentös schnell und anhaltend neutralisieren – zeitgleich und vor allem langfristig sollten aber auch die Ess- und Lebensgewohnheiten angepasst werden. Dazu erklärt auch Dr. Reinhild Lohmann von der Ambrosius-Apotheke in Ostbevern: „Bei akutem Sodbrennen ist es wichtig, dass sich die Symptome schnell bessern und zudem eine länger anhaltende Wirksamkeit gewährleistet wird.“ Für die wirksame Selbstmedikation empfehlen sich Präparate wie Maaloxan. Der Bundesverband Deutscher Apotheker e.V. hat dieses Mittel 2014 beispielsweise bereits zum achten Mal mit dem Titel „Antacidum des Jahres“ geadelt. Mit einer speziellen Kombination von Wirkstoffen wird das Zuviel an Magensäure rasch gebunden, während zusätzlich ein Schutzfilm über die sensible Magenschleimhaut gelegt wird. Die Wirkung ist dadurch für eine längere Zeit gewährleistet.

Essen – aber richtig

Wer beruflich stark eingespannt ist, sollte seinen Stress gezielt reduzieren. Mit regelmäßigen Pausen und Phasen der Entspannung lassen sich auch Beschwerden im Verdauungstrakt effektiv vorbeugen. Entspannungstechniken wie Meditation, autogenes Training oder Yoga können beim Entspannen helfen. Verspannungen, die häufig mit Dauerstress einhergehen, lassen sich mit Saunagängen und entspannenden Bädern lockern. Das wiederum wirkt sich ebenfalls positiv auf den nervösen Magen aus. Auch dem gesunden und genussvollen Essen sollte mehr Beachtung geschenkt werden. Wer die Nahrungsmittel sorgfältig auswählt und nach der Zubereitung genussvoll isst, trägt erheblich zur höheren Vitalität seines Körpers bei. Dazu gehört es auch, jeden Bissen gut zu kauen und die Gerichte in Ruhe zu „erschmecken“.

Wichtige Tipps zum Sodbrennen

  • Der Magen wird von großen Mahlzeiten schnell überfordert. Besser sind mehrere kleinere Portionen, die gleichmäßig über den Tag verteilt gegessen werden.
  • Das Essen sollte langsam verzehrt und gut gekaut werden.
  • Leicht Verdauliches, etwa mageres Fleisch mit Beilagenkartoffeln oder ein Gemüseeintopf, schont die Verdauung.
  • Das Abendessen sollte besser früh am Abend eingenommen werden.
  • Lieber nur dezent würzen, da scharfe Gewürze die Magensäureproduktion anregen. Kräuter erzielen hingegen einen guten Geschmack, belasten den Verdauungstrakt jedoch nicht.
  • Nach dem Essen nicht hinlegen, weil dadurch Magensäure in die Speiseröhre gelangen kann.
  • Wer nachts von Sodbrennen geplagt wird, sollte mit einem leicht erhöhten Oberkörper schlafen.
  • Kohlesäurehaltige Getränke und saure Säfte sind weniger magenfreundlich als stilles Mineralwasser.
  • Weißmehlprodukte und Süßigkeiten sollten nur maßvoll genossen werden. Schokolade etwa kann die Magensäureproduktion anregen. Auch der Tabak-, Kaffee- und Alkoholgenuss sollte reduziert werden.

Foto: © djd/Sanofi/thx

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