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Baumax – bessere Zahlen für 2013 prognostiziert

Wien – Das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2012 der österreichischen Baumarktkette Baumax ließ dieser Tage aufhorchen. Der Verlust aus dem Jahr 2011 von 47,2 Millionen Euro hat sich mehr als verdoppelt. Die Baumarktkette büßte 2012 3,9 Prozent an Umsatz ein, der auf 1,2 Milliarden Euro absank. Der Gesamtverlust betrug 126 Millionen Euro. Die Hoffnung auf ein besseres Ergebnis 2013 ist berechtigt, denn die Sanierungsprogramme sollten greifen.

Baumarkthandel generell rückläufig

Ob die Sanierungsprogramme jedoch den generell rückläufigen Umsatz im Baumarkthandel wirklich wettmachen können, ist fraglich. 2013 zeigte sich bisher für die Bau- und Heimwerkermärkte nicht von der besten Geschäftsseite. In Deutschland wies der Umsatz in den Monaten Jänner bis Mai ein Minus von 6,2 Prozent auf, so der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e. V. Die Branche hofft nicht mehr auf ein Plus, sondern wünscht sich lediglich, die Vorjahreszahlen zu erreichen. Das schlechte Ergebnis sehen Experten vor allem in den Wetterkapriolen in der ersten Jahreshälfte. So sind besonders die Umsätze bei Saatgut und lebendem Grün, bei Gartenmöbel und Gartenhartware stark eingebrochen. Seit 40 Jahren wurde der schlechteste Einstieg in das Geschäftsjahr verzeichnet. „Die aktuelle Umsatzentwicklung ist eine Herausforderung für die Branche. Mit Hilfe von innovativen Vertriebsideen und Geschäftsmodellen gilt es nun, den Umsatzverlauf im Laufe des weiteren Geschäftsjahre zu korrigieren“, erklärte der Sprecher des BHB-Vorstandes Erich Huwer. Sanierungsprogramme, Vertriebsideen und innovative Geschäftsmodelle sind es wohl auch, was die Baumarktkette Baumax nun dringend benötigt.

Banken unterstützen Sanierung

„Das Commitment der Banken Ende 2012 war für uns ein großer Vertrauensbeweis in die Marke Baumax und in die Zukunft des Unternehmens. Es geht auch um rund 10.000 Arbeitsplätze.“, freute sich Baumax-Chef Martin Essl. Es geht aber auch um das Prestige. Baumax ist ein österreichisches Paradeunternehmen, das 1976 von Karlheiz Essl Senior gegründet wurde. Es ist mit 159 Märkten in neun Ländern vertreten, davon 66 in Österreich. Baumax liegt zu 100 Prozent in den Händen der Familie Essl. Nachdem das Unternehmen 2011 in finanzielle Turbulenzen geraten ist, wurde das Kapital sowohl seitens der Familie als auch der Banken erhöht. Die Märkte, vor allem in Osteuropa, sollten im Rahmen der Konsolidierung attraktiver gemacht und unrentabel Märkte geschlossen werden. Das Sanierungsprogramm ist im Vorjahr angelaufen. Kostenstraffungen wurden ebenso durchgeführt wie die Verstärkung des Online-Vertriebs. Einige unrentable Märkte wurden bereits geschlossen. „Sollte der Herbst so stark werden, wie wir das erwarten, werden wir heuer ein zweistelliges EBITDA erreichen können“, hofft Essl. Auf jeden Fall soll bis 2015 eine Ergebnisverbesserung von 90 Millionen Euro erzielt werden. Die Banken unterstützen Baumax bis zu diesem Zeitpunkt mit einer Stand-Still-Vereinbarung und Finanzierungszusage.

Foto: © Baumax

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