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Bioökonomie – Rüstzeug für die Herausforderungen der Zukunft

Farben, Kleidung, Plastik – in all diesen und noch vielen anderen Produkten des Alltags steckt Erdöl. Aber die Erdölressourcen verknappen allmählich und dazu belastet Erdöl die Umwelt. Das Konzept Bioökonomie bietet nachhaltigere Lösungen. Dabei werden die Alltagsprodukte wie Kleidung oder Plastik mithilfe von biologischen Rohstoffen oder Prozessen produziert.

Mit Biotechnologie und Bioökonomie die Zukunft meistern

Wir wissen es alle längst: Die Welt und damit die Weltbevölkerung stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Denn die Bevölkerungsanzahl wächst stetig und die Menschen müssen ernährt werden. Die vielfach verwendeten Rohstoffe und Energiequellen werden knapper und dazu kommt der Klimawandel. Doch wie ist es möglich, eben diesen Herausforderungen zu begegnen?

Mit der zukunftsweisenden Wirtschaftsform der Bioökonomie ist der Menschheit ein Mittel an die Hand gegeben, mit der es möglich ist, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Der Mensch nutzt seit Tausenden von Jahren die Vielfalt der Natur. Tiere und Pflanzen lieferten alles, was zum Überleben benötigt wurde: Energie, Kleidung, Medizin, Rohstoffe und Nahrung. Sogar Mikroorganismen nutzt der Mensch seit Beginn der Zivilisation, um bspw. Brot zu backen oder Bier zu brauen. Die modernen Lebenswissenschaften und Technik, ermöglichen es heute, die biologischen Prozesse immer effektiver einzusetzen und weiterzuentwickeln. Die Bundesregierung fördert mit der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“ diese nachhaltige und wissensbasierte Wirtschaftsform. Im Rahmen dieses Programms soll der Strukturwandel von einer erdöl- zu einer bio-basierten Industrie gefördert werden.

Von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurde der Begriff Bioökonomie bereits 2003 geprägt. Seit diesem Zeitpunkt prägt der Begriff Politik und Wirtschaft.

Bioökonomie: die effiziente Nutzung der biologischen Ressourcen

Sei es Pharmaindustrie oder Energiewirtschaft – ein Begriff ist in aller Munde: Bioökonomie. Für unsere Zukunft ist die nachhaltige Form des Wirtschaftens unerlässlich.

Die Bioökonomie basiert auf der effizienten Nutzung der biologischen Ressourcen, wie Tieren, Mikroorganismen und Pflanzen. Mit allen Branchen, von denen biologische Ressourcen verarbeitet oder produziert werden, gibt es Berührungspunkte. Dabei handelt es sich bspw. um den Gartenbau, die Pharmaindustrie, die Landwirtschaft und die Umwelttechnologie.

Die Bioökonomie ermöglicht vor dem Hintergrund der wachsenden Bevölkerung und der immer weiter fortschreitenden Resscourcenknappheit einen Ansatz, um die Weltbevölkerung zu ernähren, und mit nachwachsenden Rohstoffen zu versorgen. Diese Form des Wirtschaftens verfolgt den Weg der biobasierten Industrie. Praktische Anwendung findet die Bioökonomie in folgenden Zweigen:

  • Verpackungsindustrie: Verpackungen auf Pflanzenbasis
  • Pharmabranche: Arzneipflanzen
  • Textilindustrie: natürliche Rohstoffe für synthetische Fasern
  • Energiesektor: Biogas und -diesel
  • Bausektor: Holz und Naturfasern als Baustoff

Allerdings etablieren sich die bio-basierten Innovationen heute auch zusehends in der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, im Rohstoff- und Lebensmittelhandel, der IT-Branche und der Umwelttechnologie.

Der Ideenreichtum der Menschen kombiniert mit dem „Werkzeugkasten“ der Natur

Es gelang den Lebewesen im Laufe der Evolution, selbst unter den widrigsten Umständen zu überleben und zu wachsen. Es gedeiht nahezu überall auf der Erde Leben und das selbst unter größter Hitze, Kälte oder Trockenheit. Die Organismen, von denen die Ressourcen optimal verwertet werden, erweisen sich am erfolgreichsten. Das Wissen über die vielfältigen Überlebensstrategien der Natur, nutzt die Biotechnologie und verknüpft diese mit dem Erfindungsreichtum des Menschen.

Beispielsweise ist es möglich, das klimaschädliche Erdöl durch pflanzliche Rohstoffe bei der Herstellung von Kunststoff zu ersetzen. Bei Pflanzen handelt es sich um einen nachwachsenden Rohstoff und sie entziehen bei ihrem Wachstum der Atmosphäre ebenso viel CO2 wie bei einer eventuellen Verbrennung wieder freigesetzt werden – damit sind sie klimaneutral. Der Verbrauch der fossilen Rohstoffe Erdöl, Erdgas oder Kohle hingegen, befeuert den verheerenden Treibhauseffekt.

Die Biotechnologie und die Bioökonomie will zudem den Folgen des bereits eingetretenen Klimawandels durch eine biobasierte Wirtschaft entgegentreten. Trotz Dürren oder Überflutungen sollten optimierte Pflanzen die immer weiterwachsende Menschheit ausreichend mit Nahrung versorgen.

Die Natur ist ein Füllhorn an Rohstoffen

Von der Natur wird eine Fülle an nachwachsenden Rohstoffen geliefert und diese können auch von der Industrie genutzt werden. Irgendwann wird das Erdöl als Basis vieler chemischer Produkte irgendwann zur Neige gehen, doch Pflanzen wachsen immer wieder aufs Neue. Bei den nachwachsenden Rohstoffen handelt es sich um eine beachtenswerte Alternative. Selbst Bakterien und Pilze leisten wertvolle Dienste, denn sie dienen nicht nur als Rohstoffe oder medizinische Wirkstoffe, sondern sind hilfreich bei der Herstellung von vielen Produkten. Die von ihnen gewonnenen Stoffe, wie bspw. Enzyme, sind in der Lage, auf umweltfreundliche Art und weise Reaktionen in Gang zu bringen. Damit bedient sich die moderne Biotechnologie an der Reichhaltigkeit der Natur. Vom Fraunhofer-Verbund Life Sciences wird dieses Verfahren beispielsweise angewendet. Unter anderen werden Proteine gewonnen, die in Lebensmitteln angewendet werden können.

Wie ist es um die Zukunft bestellt?

Die große Frage ist, wie es um die Bioökonomie der Zukunft bestellt ist? Das neue Forschungsprojekt „BioKompass“ das vom BMBF gefördert wird, befasst sich mit dem wirtschaftlichen Wandeln hin zu einer Bioökonomie. Ziel des Projektes ist es, ein gemeinsames Verständnis einer zukünftigen, biobasierten Wirtschaftsweise zu schaffen und konkrete Anwendungsfelder der Bioökonomie der Gesellschaft näher zu bringen.

Damit die moderne Biotechnologie und damit die Bioökonomie die Zukunft der Menschheit wird, ist es notwendig, dass der gesellschaftliche Transformationsprozess aktiv mitgestaltet wird.

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