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Bofinger schlägt regional differenzierten Ausstieg aus Shutdown vor

Der Ökonom und frühere Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat vorgeschlagen, die wegen der Coronakrise verhängten Beschränkungen im öffentlichen Leben regional differenziert aufzuheben. Ein Ausstieg sollte in den Kommunen beginnen, die in einem Bundesland besonders niedrige Fallzahlen relativ zur Bevölkerung aufwiesen, sagte Bofinger den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Donnerstagsausgaben). „Wenn man den regionalen Ausstieg auf anfänglich zehn Prozent der gesamten Bevölkerung eines Bundeslandes festlegt, dürfte sich das Risiko einer Überlastung der medizinischen Kapazitäten begrenzen lassen“, so der Ökonom weiter.

Denn notfalls stünden die medizinischen Kapazitäten der übrigen Kommunen zusätzlich zur Verfügung. In den ausgewählten Kommunen könnten Kindergärten und Schulen sowie Restaurants und Geschäfte wieder öffnen, sagte Bofinger. Für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen solle eine freiwillige Quarantäne bestehen. Für sie müssten von den Kommunen kostenlose Lieferdienste insbesondere für Lebensmittel, Drogeriewaren und Arzneimittel eingerichtet werden. Zudem sollten in diesen Kommunen umfangreiche Corona-Tests organisiert werden, um Erfahrungen über die Entwicklung der Fallzahlen nach einem Ausstieg zu gewinnen. „Für die Bewohner der Kommunen ohne Beschränkungen müsste weiterhin das Verbot gelten, sich in andere Kommunen zu begeben. Mit polizeilichen Kontrollen an die Zufahrtstraßen und hohe Bußgelder muss man dafür sorgen, dass solche Bewegungen unterbleiben“, so der frühere Wirtschaftsweise. Es sei nicht überraschend, dass nun zunehmend nach einer Strategie für den Exit aus den derzeitigen Maßnahmen gesucht werde. „Mit jedem Tag, den die strikten Einschränkungen des Alltagslebens andauern, steigen die wirtschaftlichen Kosten und zugleich die psychologischen Belastungen für die Menschen in Deutschland“, sagte Bofinger den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. Durch eine regional differenzierte Lösung könne ein Mittelweg gefunden werden zwischen der Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens und den möglicherweise überproportional zunehmenden ökonomischen Kosten durch einen flächendeckenden Shutdown. Bei dessen Beibehaltung seien zudem erhebliche psychische und gesundheitliche Schäden nicht auszuschließen, so der Ökonom.

Foto: Wegen Coronakrise geschlossener Laden, über dts Nachrichtenagentur

 

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