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BRIC-Staaten: Wachstum rückläufig

Berlin – BRIC, darunter sind die, auch als Schwellenländer bezeichneten, aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien und China zu verstehen. Aufstrebend, da sie jährlich wirtschaftliche Zuwachsraten von bis zu 10 Prozent aufweisen konnten. Durch den rasanten Aufschwung wurde von den Wirtschaftsexperten sogar prognostiziert, dass die BRIC-Staaten die G8-Staaten bis 2050 überflügeln könnten. Bisher, denn gegenwärtig ist das Wachstum rückläufig. Die G8-Staaten, die acht reichsten Industrienationen der Welt, darunter auch Deutschland, bekommen nun die neue Situation in den Schwellenländern zu spüren.

Abschwung in den Schwellenländern

Ob Brasilien, Russland, Indien oder China, die G8-Staaten setzten mit Exporten auf die wachsenden Nationen. Die Schwellenländer stellten eben auch wachsende Absatzmärkte dar. Durch den Abschwung ist deshalb die deutsche Wirtschaft nun ebenfalls betroffen. In Brasilien steigt die Inflationsrate gemeinsam mit der Arbeitslosigkeit, die Wirtschaft kränkelt. Üblicherweise steigt mit dem Wirtschaftswachstum die Inflation, nicht in Brasilien. Das Wachstum geht zurück, die Inflation wird höher. Die Zentralbank versucht durch eine Erhöhung der Zinsen entgegenzusteuern, was wiederum das Wirtschaftswachstum hemmt. Ein Kreislauf, den der Staat, so scheint es, nicht zu durchbrechen vermag. In China hemmen die steigenden Lohnkosten und die Aufwertung der Währung den Aufschwung. Die Regierung will sich in Zukunft mehr auf den Binnenmarkt als auf Exporte konzentrieren. In Indien sind die großen Wirtschaftshemmer hohe Zinsen, politische Fehlentscheidungen und ein Mangel an Infrastruktur. Indien konnte zwar die Abwertung der Bonität durch die Rating-Agentur Standard&Poor’s im Frühjahr 2013 noch verhindern, wird jedoch weiter beobachtet. Auch in Russland stagniert die Produktion und das Exportgeschäft, speziell bei Gas, ist rückläufig.

Risiko für Weltwirtschaft

Der internationale Währungsfonds warnt indes, ausgehend vom Abschwung in den BRIC-Staaten, vor einem neuen Risiko für die Weltwirtschaft. Da in den G8-Staaten die Wirtschaft durch die Importe in die aufstrebenden Schwellenländer angekurbelt wurde, stehen den reichsten Industriestaaten der Welt schlechte Zeiten bevor. Ein Spiegel für die Situation sind die Aktienmärkte der BRIC-Staaten. Brasiliens Börse wies ein Minus von 9 Prozent im ersten Quartal 2013 auf, Russland von 6, Indien von 4 Prozent. Lediglich China konnte noch ein leichtes Plus verzeichnen. Deutschland hofft dabei nach wie vor auf die chinesische Kraft. Einzelne Branchen boomen, dank des Reichs der Mitte. So konnte etwa DHL vier Milliarden Euro umsetzen, ein Zehntel des Gesamtumsatzes. Auch Apple konnte seinen Umsatz in China steigern, obwohl die Konkurrenten wie UPS und FedEx die chinesische Wirtschaftslage bereits spüren. Doch wenn Brasilien, Indien und Russland weiterhin wirtschaftliche Schwächen zeigen, wird China allein die Gefahr für die Weltwirtschaft nicht abwenden können.

Foto: © Jim Barber – Fotolia

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