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Brunei verschiebt Einführung von Steinigung bei Ehebruch

Bandar Seri Begawan – Das Sultanat Brunei hat die Einführung einer rigideren Auslegung des islamischen Strafrechts Scharia verschoben, die unter anderem die Todesstrafe durch Steinigung bei Ehebruch und eine Handamputation bei Diebstahl vorsieht. Die Einführung verzögere sich wegen „unvermeidbarer Umstände“, wie die stellvertretende Chefin der islamischen Rechtsbehörde, Dschaujah Saini, gegenüber der „Brunei Times“ sagte. Die international höchst umstrittene Einführung war ursprünglich für diesen Dienstag vorgesehen

Einen neuen Termin zur Einführung der Gesetze nannte die stellvertretende Chefin der islamischen Rechtsbehörde nicht. Als möglichen Hintergrund der Verschiebung nannten Beobachter die Singapur-Reise des absolutistisch herrschenden Sultans Hassanal Bolkiah, der seit 1967 die politische Macht in Brunei innehat. Demnach könnte die rigidere Auslegung der Scharia bei seiner Rückkehr eingeführt werden. Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay hatte die schärfere Scharia-Auslegung scharf kritisiert: Die Änderung des Strafrechts verstoße gegen das Völkerrecht und bedrohe besonders Frauen, so Pillay. Zuletzt war die Todesstrafe in Brunei im Jahr 1957 verhängt worden.

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