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Chávez‘ langer Schatten: Venezuela wählt neuen Präsidenten

Caracas – Überall prangen die Gesichter von Oppositionskandidat Henrique Capriles und Nicolás Maduro. Maduro ist bisher Venezuelas Vizepräsident, er wurde vom verstorbenen Staatschef Hugo Chávez zum neuen starken Mann in dem südamerikanischen Land erkoren.

Die Wähler sind gespalten, ob er aus dem langen Schatten seines Mentors treten kann. Guido Moguea, Gemüseverkäufer in Caracas: „Ihm fehlt die Erfahrung von Hugo Chávez. Chávez war ein Führer. Maduro ist keiner. Ihm fehlt das Führer-Gen.“ Ein weiterer Passant in Caracas meint: „Chávez hat die Macht erschaffen und sie an Nicolás Maduro übergeben. Maduro ist der Beste, mit ihm werden wir eine große Nation sein.“

Der gelernte Busfahrer Maduro bemüht sich um ein ähnlich volksnahes Auftreten wie Chávez und versucht, seinen Anfang März verstorbenen Mentor zu überhöhen. So soll ihm Chávez im Schlaf als kleiner Vogel erschienen sein. Luis Antells, Schuster: „Das mit dem Vögelchen und den öffentlichen Liebkosungen seiner Frau, so etwas macht ein seriöser Kandidat nicht. Er muss einfach ernsthafter werden.“ Noch färbt einiges von Chávez Glanz auf Maduro ab – der Interims-Staatschef liegt vor der Präsidentenwahl in Umfragen vorn.

Oppositionskandidat Capriles weiß, dass er es gegen den Chávez-Kronprinzen schwer haben wird. Henrique Capriles, oppositioneller Präsidentschaftskandidat in Venezuela: „Nicolás, ich überlasse dir das Feld nicht kampflos. Du wirst mich mit Stimmen schlagen müssen.“ Der dem bürgerlichen Lager nahe stehende Gouverneur macht im Wahlkampf gegen Machtmissbrauch mobil und wehrt sich gegen eine Art Erb-Präsidentschaft in Venezuela. Sollte aber wie erwartet Maduro das Rennen machen, dürfte ihm keine lange Schonzeit beschert sein, angesichts der wirtschaftlichen Probleme und der Rekordkriminalität in Venezuela.

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