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Clan-Kritiker Ghadban hat bisher 80 Hass-Botschaften erhalten

Der Berliner Politikwissenschaftler und Autor Ralph Ghadban hat bisher rund 80 Hassbotschaften erhalten. Das Landeskriminalamt (LKA) habe sie jetzt ausgewertet, berichtet die "Welt am Sonntag". Dabei sei die Polizei auch auf mehr oder minder unverhüllte Morddrohungen gestoßen. Darunter war etwa die Aufforderung: "Überall, wo ihr ihn findet, seid mit ihm gnadenlos." Ghadban, der aus dem Libanon stammt, hat das Buch "Arabische Clans. Die unterschätzte Gefahr" veröffentlicht. "Das Phänomen der Einschüchterung oder Bedrohung ist nicht gänzlich neu. Aber die Schärfe hat sich in einigen Fällen schon erheblich gesteigert", sagte Sebastian Fiedler, der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK). Die Opfer solcher Bedrohungen bräuchten den besten Schutz der Sicherheitsbehörden: "Die Täter verdienen nur eins: einen freien Haftplatz." Grund für den Hass und die Hetze ist laut Ghadban vor allem ein Interview, dass er Anfang April einem libanesischen Fernsehsender gegeben hatte. "Die Clans im Libanon fühlen sich in ihrer Ehre verletzt. Sie haben mich zu ihrem Volksfeind erklärt", so der Autor. Ghadban gehört zu einer Gruppe, die im vergangenen Jahr anlässlich der vierten Deutschen Islamkonferenz die "Initiative säkularer Islam" gegründet hatte. Sie setzt sich für eine weitgehende Trennung von Religion und Politik ein. Laut der "Welt am Sonntag" steht nun die Hälfte der insgesamt zehn Initiatoren unter Polizeischutz: Außer Ghadban sind dies der Politologe Hamed Abdel-Samad, die Anwältin Seyran Ates, der Psychologe Ahmad Mansour sowie der Grünen-Politiker Cem Özdemir.

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