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Coronakrise: Statistikämtern fehlen Preisermittler

Die deutschen Statistikbehörden befürchten Schwierigkeiten, die Verbraucherpreise für April in gewohnter Präzision ermitteln zu können. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Normalerweise schicken die Statistischen Landesämter rund 600 Personen, die sich etwas dazuverdienen möchten, in den ersten drei Wochen eines Monats bundesweit in Geschäfte, damit sie dort die Preise von etwa 700 Waren oder Dienstleistungen notieren.

Bislang waren dies häufig Rentner. Wegen der Coronakrise fehle es nun an Preisfahndern, denen es zuzumuten ist, die Aufgabe zu übernehmen, berichtet das Nachrichtenmagazin weiter. Bei den meisten Gaststätten, Möbelhäusern oder Modeboutiquen stünden sie wegen der angeordneten Schließungen ohnehin vor verschlossenen Türen. Die Statistikbehörden müssen sich deshalb anders behelfen. Sie durchsuchten mehr noch als bisher das Internet nach Preisen, denn inzwischen verkaufen hier auch Händler, die bislang nur stationär präsent waren, berichtet der „Spiegel“. Punktuell bekämen die Ämter zudem Daten von Scannerkassen elektronisch übermittelt. Vielfach schrieben sie Preise auch fort, etwa für Kinokarten. Oder sie nutzten das sogenannte Imputationsverfahren: Fehlt der Preis für eine Ware, greifen sie auf den Wert der nächsthöheren Güterkategorie zurück, also statt Zitronen zum Beispiel Südfrüchte. Für den April werde die Preisermittlung deutlich schwerer fallen als sonst, sagte Christoph-Martin Mai, Referatsleiter beim Statistischen Bundesamt, dem „Spiegel“. „Die Qualität nimmt ab, aber auch dank der engen Abstimmung mit dem Europäischen Statistikamt erwarte ich, dass die Zahlen verlässlich bleiben“, so Mai.

Foto: Statistisches Bundesamt, über dts Nachrichtenagentur

 

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