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Debatte um Erleichterungen für Geimpfte dauert an

Die Debatte zu Erleichterungen für Geimpfte wird weiter hitzig geführt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) etwa will die schnelle Verabschiedung bundeseinheitlicher Regeln für Geimpfte und Genesene kommende Woche, wie er der „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe) sagte. „Schleswig-Holstein hat bereits angekündigt, dass vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene mit der nächsten Landesverordnung zum 10. Mai keinen negativen Test mehr vorlegen müssen, wo dies derzeit Pflicht ist“, sagte Günther.

„Insofern begrüßen wir das Vorhaben, jetzt schnell zu bundeseinheitlichen Regelungen zu kommen“, so der CDU-Politiker. Bund und Länder debattieren darüber, die entsprechende Ausnahmen-Verordnung mit Erleichterungen für Geimpfte und Genesene bereits kommende Woche durch Bundestag und Bundesrat zu bringen. Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbach verteidigte die geplante Aufhebung von Corona-Auflagen für Geimpfte gegen Kritik. „Aus medizinischer Sicht gibt es keinen Grund, Menschen mit dem vollen Corona-Impfungsschutz weiterhin in ihren Freiheiten zu beschränken. Insofern ist es vertretbar, für diese Menschen die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen aufzuheben“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Natürlich werde die unterschiedliche Behandlung von Geimpften und Nichtgeimpften zu gesellschaftlichen und moralischen Debatte führen, doch maßgeblich seien die medizinischen Gesichtspunkte. „Sie besagen, dass die gesundheitlichen Risiken für Menschen mit Corona-Impfung deutlich geringer sind“, daher müssten sie ihre Rechte zurückerhalten. So gebe es keine Begründung, warum Personen mit vollem Impfschutz das Haus am Abend nicht mehr verlassen oder keine anderen Geimpften treffen sollten, verdeutlichte der SPD-Politiker. Voraussetzung sei, so Lauterbach, dass Geimpfte für den Fall von Kontrollen künftig stets auch ihren Impfpass als Nachweis bei sich trügen. „Dies jeweils zu kontrollieren, wird eine zusätzliche Herausforderung werden“, sagte Lauterbach. Wichtig sei zudem, dass die Regeln bundesweit einheitlich angewandt würden und es nicht wieder zu regionalen Abweichungen komme, „denn das würde die Leute verwirren“. Der Sozialdemokrat nannte es zugleich „richtig und zumutbar“, dass Geimpfte weiterhin Mund-Nasen-Schutz tragen „und nicht komplett von allen Maßnahmen befreit werden“. Denn auch wenn Geimpfte selbst nicht schwer erkrankten, so können sie das Virus doch weitergeben. „Ich halte es für eine geringe Einschränkung im Alltag, wenn Geimpfte weiterhin Maske tragen“, so der SPD-Politiker. Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen kritisierte die geplanten Erleichterungen hingegen als verfrüht und riet den Ländern, der entsprechenden Verordnung erst Ende Mai zuzustimmen. „Ich finde es verfrüht, mitten in der dritten Welle, während die Intensivstationen so ausgelastet sind wie nie zu vor in dieser Pandemie, erneut alle Aufmerksamkeit auf Öffnungen und Ausnahmen für Geimpfte und nicht zuerst auf konsequenteren Schutz zu richten“, sagte er der „Rheinischen Post“. In Einkaufszentren zum Beispiel lasse sich etwa in Fahrstühlen und Treppenhäusern kaum lückenlos steuern, wer, wann und wie sicher, auf wen trifft und ob alle Besucher die erforderlichen Nachweise erbringen, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete. „Deshalb rate ich der Politik im Bund und in den Ländern, einer zu umfassenden Ausnahmen-Verordnung für Geimpfte und Genesene im Bundesrat nicht bereits kommende Woche, sondern erst Ende Mai, wenn es die Lage dann zulässt, zuzustimmen.“ Die Grünen regieren in elf Bundesländern mit. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Impfzentrum, über dts Nachrichtenagentur

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