Der Traum vom Eigenheim – kann dieser trotz Zinsschock in Erfüllung gehen?

Die saure Gurkenzeit ist für die Sparer durch die Leitzinserhöhung der EZB auf nunmehr 1,25 Prozentpunkte vorerst zu Ende. Doch im Gegenzug sind Kredite deutlich teurer geworden und dies ist besonders bei der Finanzierung von Immobilien deutlich spürbar. Muss jetzt der Traum vom Eigenheim inklusive einer schützenden Terrassenüberdachung begraben werden? Keineswegs!

Die Gründe für hohe oder niedrige Zinsen

Vor einem Jahr gab es Bauzinsen noch mit einer Null vor dem Komma und jetzt liegt der Durchschnitt bei einem aktuellen Kurs von mehr als drei Prozent. Immobilienkredite sind durch die starke Inflation und der Anhebung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank (EZB) deutlich teurer geworden und somit der Kauf oder des Baus eines Eigenheims.

Alles hat zwei Seiten

Viele Menschen sparen nicht nur, sondern sie sind ebenfalls Kreditnehmer. Den Immobilienkäufern ermöglichte dies traumhafte Konditionen, wenn es um die Finanzierung einer Immobilie ging. Das trieb die Nachfrage in die Höhe und durch das beschränkte Angebot erhöhten sich die Preise – dies ist vollständigkeitshalber zu erwähnen.

Nicht unerwähnt darf zudem bleiben, dass die Teuerungsrate in der Euro-Zone mit 9,1 Prozent auf einem Rekordhoch liegt – nur um denen, die den Schritt der EZB begrüßen, die Stimmung zu verderben. Damit sind die Zinsen weiterhin relativ stark negativ.

Den Traum vom Eigenheim dennoch erfüllen 

Die aktuellen Zinsen sind im historischen Vergleich noch immer günstig. Werden die aktuellen Zinsen von drei Prozent, wobei einige Experten sogar einen Wert von vier Prozent erwarten, verglichen, der wird feststellen, dass der Markt sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegt. Aber dennoch der Bau oder Kauf einer Immobilie war seit Langem nicht mehr so teuer wie heute. Begründet wird dies mit der massiven Niedrigzinsphase, die seit 2011 anhielt und an die sich die Verbraucher gewöhnt hatten.

Wer jetzt hofft, dass es erneut zu einer solchen Phase kommt, der hofft vergebens. Denn die Zinswende ist eingeleitet und es wird, sobald keinen Weg zurückgeben. Doch niemand muss den Traum von den eigenen vier Wänden mit einem Garten und einer Terrassenüberdachung aus Glas abschreiben, wenn einfachen Empfehlungen gefolgt wird.

Sich die Zinsen sichern!

Es ist keine gute Idee, abzuwarten und auf eine Besserung des Kreditmarktes zu hoffen. So schnell kehren die niedrigen Zinsen der letzten Dekade nicht zurück, aber dennoch sind die aktuellen Konditionen im historischen Vergleich sehr gut. Daher ist es ratsam, sich schnellstmöglich Darlehnsangebote einzuholen und sich beraten zu lassen. Wer noch keine Immobilie gefunden hat, der sollte sich für einen Bausparvertrag entscheiden. Das stellt eine gute Möglichkeit dar, sich den Zinssatz für ein späteres Baudarlehn zu sichern. Laut einer aktuellen Untersuchung von Finanztest bieten die Bauspardarlehen deutlich niedrigere Zinsen als die klassischen Immobilienkredite. Lange Zeit war das anders.

Einplanung eines finanziellen Puffers!

Beim Baumaterial kommt es durch Materialmangel und Lieferengpässe zu deutlich höheren Kosten. Dazu kommen die Energiekosten, die deutlich steigen. Daher bringt es Sicherheit, einen Puffer von etwa 20 Prozent einzuplanen.

Flexibilität!

Wird das Holz für den Dachstuhl später geliefert und die Handwerker auf sich warten lassen, dann führt dies zu einer drastischen Verzögerung des Baufortschritts. Wer denn einige Monate mehr Zeit hat und nicht direkt umziehen muss, der kann ruhiger schlafen. Beispielsweise ist eine finanzielle Flexibilität dann notwendig, wenn das Carport erst später fertiggestellt wird oder das Kaufen einer Terrassenüberdachung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.

Förderung nutzen!

Der Bund fördert über die staatliche KfW-Bank den Bau oder die Sanierung von Häusern. Ebenfalls gibt es von den Bundesländern und vielen Kommunen Förderprojekte, um den Immobilienkäufern und Bauherren finanziell unter die Arme zu greifen. Wer über einen Bausparvertrag verfügt, der kann z.B. über die Wohnungsbauprämie und weitere Fördermöglichkeiten einen Zuschuss für da Bausparkonto erhalten.

Ruhig bleiben & beraten lassen!

Entscheidungen sollten nicht zu lange auf dem Immobilienmarkt hinausgezögert werden. Aber es ist ebenfalls kein guter Rat, überstürzt zu handeln, da man glaubt, etwas zu verpassen. Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen will, der bewahrt Ruhe und lässt sich beraten, wie von Architekten, Handwerkern, Finanzierungs- und Energieberatern sowie Bauunternehmen. Wird ein Haus gebaut oder gekauft, dann sollte die dies auf einer soliden Planung und einer Finanzierung stehen.

Niemals verpassten Chancen nachtrauern!

Fazit ist, dass die Niedrigzinsphase vorbei ist. Es bringt nichts, dieser nachzutrauern, und auf eine Neue zu warten ebenfalls nicht. Die derzeitigen Bauzinsen sind immer noch attraktiv im Vergleich zu den historischen Werten. Wenn es darum geht, ein Kauf- oder Bauvorhaben in die Tat umzusetzen, der sollte jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Ganz im Gegenteil, nun gilt es zu handeln. Das heißt, informieren und beraten lassen, um sich so die aktuellen Zinsen zu sichern – wobei nichts überhastet geschehen sollte.

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