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Deutsche Industrie blickt besorgt auf US-chinesischen Konflikt

Die deutsche Wirtschaft sorgt sich über den sich erneut zuspitzenden Konflikt zwischen den USA und China. Der Streit belaste die Stimmung im Welthandel, davon sei die international aufgestellte deutsche Wirtschaft besonders betroffen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, dem „Handelsblatt“. Das Anfang des Jahres beschlossene Teilhandelsabkommen zwischen den USA und China sei „in guten Zeiten schon herausfordernd für China“ gewesen.

In Coronazeiten dürfte es für China „sehr schwer werden“, die Zugeständnisse im Abkommen überhaupt zu erfüllen. „Deshalb überrascht es nicht, wenn China jetzt die US-Kritik an Hongkong nutzt, um die Agrarimporte aus den USA zu stoppen.“ Das liefere dem US-Präsidenten einen willkommenen Hebel, China zu bestrafen. Das vom Nationalen Volkskongress in Peking beschlossene Sicherheitsgesetz für die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong sieht Lang kritisch. „Die Unternehmen sind besorgt, dass die ohnehin angespannte Lage durch den Beschluss des Nationalen Volkskongresses weiter verschärft wird.“ Bisher habe sich Peking bei den Protesten in Hongkong zurückhaltend gezeigt. „Aber offenbar verfolgt es diesen Kurs nicht weiter. Das führt zu erheblicher Unruhe.“ Der BDI-Hauptgeschäftsführer hofft trotz der stockenden Gespräche zwischen der EU und China über ein Investitionsabkommen noch auf einen Abschluss in diesem Jahr. „China wäre gut beraten, es abzuschließen, denn das Gelegenheitsfenster beginnt sich zu schließen.“ Eine Verschlechterung der Wahrnehmung Chinas in Europa sei bereits deutlich zu spüren. „Der kritisch-konstruktive Dialog droht zu kippen. Dem sollte Peking beherzt entgegentreten.“ Es gebe durchaus deutlich vernehmbare Stimmen in China, die vor zu viel Konfrontation warnten.

Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

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