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Deutsche Konsumenten bleiben 2020 optimistisch

In Deutschland rechnen die Verbraucher in diesem Jahr mit einem besseren Einkommen und planen entsprechend mehr Ausgaben. Dies zeigen Marktforscher auf. Dagegen ist die Stimmung in den Chefetagen weniger positiv.

Die Kauflaune steigt


Für das laufende Jahr erwarten die Marktforscher steigende Konsumausgaben. Die deutschen Verbraucher sind in einer Kauflaune, wie sie seit Monaten nicht mehr zu beobachten war. Laut einer Mitteilung des Marktforschungsunternehmen GfK, kletterte die Anschaffungsneigung im Januar auf ein Zwölf-Monats-Hoch. Beispielsweise sorgt der steigende Optimismus dafür, dass die deutschen über größere Anschaffungen nachdenken, wie Möbel oder Autos.

Offenbar rechnen die Bundesbürger gleichzeitig damit, dass sie weiterhin genügend Geld für den Einkauf zur Verfügung haben. Laut GfK stiegen die Einkommenserwartungen im Vergleich zum Dezember 2019 deutlich und selbst die Konjunkturerwartungen stiegen an. Die Neigung zum Sparen hingegen verharrt dagegen auf einem niedrigen Niveau. In der Mitteilung des Marktforschungsunternehmens sei Sparen weiterhin als Alternative zum Konsum „nicht sehr attraktiv“.

Die GfK führt für ihre repräsentative Studie zum Konsumklima monatlich rund 2.000 Interviews mit Verbrauchern zur Konjunkturerwartung durch sowie zur Einkommenserwartung und der Anschaffungsneigung.

E-Commerce wird steigen


Bis 2021 soll der E-Commerce 17.5% aller Einzelhandelsumsätze ausmachen. In den letzten Jahren ist der Anteil der E-Commerce Umsätze am gesamten Einzelhandelsumsatz gestiegen. 2015 machten die weltweiten E-Commerce-Umsätze 7,4% aller Einzelhandelsumsätze aus, während diese im folgenden Jahre einen Anstieg um 1,2% verzeichnen konnten. Der E-Commerce Umsatz erreichte 2017 10% und 2018 stieg dieser auf 11,8%. 2019 schätzen die Experten einen Anstieg auf 13,7% und bis 2021 sollen die E-Commerce-Umsätze 17,5% ausmachen.

Allein in Deutschland wurden im B2C-E-Commerce Markt in Deutschland rund 53,3 Milliarden Euro umgesetzt. Dieser Umsatz sollte sich in 2019 laut den Prognosen der Experten auf 57,8 Milliarden Euro erhöhen. Zu den umsatzstärksten Warengruppen gehören Bekleidung, Elektronikartikel und Telekommunikation im online Handel.

Online-Shopper verlassen sich auf Bewertungen


Mindestens einmal pro Woche kaufen 29% der Deutschen online ein, während jeweils 30% entweder mind. einmal alle 14 Tage oder einmal im Monat im Internet einkaufen.

Dabei setzen 62% der weiblichen Online-Shopper auf Bewertungen während sich bei den männlichen Online-Einkäufern auf einen Test der Produkte oder einen Erfahrungsbericht verlassen. Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom unter 1.024 Online-Shoppern im Alter ab 16 Jahren.

Die Meinung anderer ist vor allem für die jüngere Generation wichtig: 66% der 16 bis 29-jährigen und 61% der 30- bis 49-jährigen geben an, dass sie vor dem Kauf online Bewertungen lesen. Bei den 50- bis 64-jährigen sind es 49% und bei den 65-jährigen sind es 39%.

Bei unabhängigen Tests und Erfahrungsberichten kann es sich um eine gute Entscheidungshilfe beim Online-Kauf handeln. Dabei gilt bei den Dienstleistungen ebenso wie bei den Waren, dass Sicherheit und Vertrauen für die Kunden der Online-Shops essenziell sei. Dazu kommt, dass die Bewertungen maßgeblich zum Vertrauen in den online Handel beitragen. Selbst die Händler profitieren, denn wer viele gute unabhängige Bewertungen erhält, der kann damit die Qualität seiner Produkte und Dienstleistungen nachweisen. Damit macht er sich für zukünftige Kunden attraktiv.

Weitere wichtige Entscheidungshilfen sind Preisvergleichsseiten. Von 48% der Befragten wurde angegeben, dass sie diese vor jedem Kauf nutzen. 41% setzen auf Tipps, die sie von Freunden, Arbeitskollegen und Familie erhalten. Auf Testberichte im TV, Online- oder Printmedien greifen 36% zurück. Lediglich 24% (jeder 4.) nutzt die Webseite des jeweiligen Händlers als Entscheidungshilfe. Weniger genutzt werden andere Quellen, wie online Foren und Blogs zu bestimmten Produkten (19%), wenn es um die Kaufentscheidung geht. Soziale Netzwerke sind für 14% eine wichtige Entscheidungshilfe.

Der Corona-Virus führt zur Ungewissheit


Das GfK nennt als Grund dafür, dass die deutschen optimistischer in die Zukunft blicken die nachlassenden Spannungen im internationalen Zollkonflikt. In Deutschland sorgte die erste Einigung im Handelsstreit zwischen China und den USA für Erleichterung. Denn gerade hierzulande ist man als Exportnation auf den freien und ungehinderten Warenaustausch angewiesen.

Ebenfalls tragen laut dem Marktforschungsunternehmen die anhaltenden, stabilen Beschäftigungsverhältnisse und die realen Einkommenszuwächse zur gehobenen Stimmung bei. Wie das Jahr weiterhin verläuft, das wird dadurch mitentschieden, wie die Sozialpartner bei den anstehenden Tarifverhandlungen auftreten. Die Marktforscher sind der Ansicht, dass es den Gewerkschaften vor allem um die Beschäftigungssicherung geht. Wichtig für das Konsumklima wird das Tempo sein, in der die Arbeitsplätze abgebaut werden, wie bspw. in der Autobranche, wo der Wandel zur Elektromobilität möglichst ohne radikale Schritte vollzogen werden soll.

Das inzwischen in Deutschland angekommene Corona-Virus könnte sich negativ auswirken. Beispielsweise, aufgrund von Rückgängen im Tourismus oder bei der Unterbrechung von Lieferketten.

Der Geschäftsklimaindex gibt nach


Ungeachtet dessen, dass die deutschen Verbraucher in einer steigenden Kauflaune sind, so ist die Stimmung in den deutschen Chefetagen eingetrübt. Dies geht hervor aus dem an den Finanzmärkten viel beachteten Ifo-Geschäftsklimaindex. Insbesondere im Servicesektor hat sich die Stimmung spürbar getrübt, vor allem da die Unternehmen merklich zurückhaltender in die Zukunft blickten.

Im laufenden Jahr geht die GfK von einem Wirtschaftswachstum von 1% aus. Die Wirtschaftsleistung wuchs 2019 in Deutschland den Angaben zufolge um 0,6%.
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