Deutscher Glücksspielmarkt macht Anbietern zu schaffen

Es ist noch gar nicht lange her, als der deutsche Spielautomaten-Hersteller Gauselmann sich dazu entschlossen hat, seine Merkur Slots vom deutschsprachigen Online Casino Markt zurückzuziehen. Kaum war das ausgesprochen, da kursierten die nächsten Gerüchte, dass sich auch die österreichische Novomatic AG mit seinen von Greentube programmierten Spielen vom deutschen Markt verabschieden wird.

Das Unternehmen soll allerdings in weiteren Teilen Europas weiterhin aktiv bleiben. So heißt es zumindest laut Aussagen von Insidern. Bisweilen wurde weder von Merkur noch von Novomatic eine klare Begründung geliefert. Möglich ist, dass sich Novomatic aus einem einzigen Grund zurückzieht: dem bisher noch immer unregulierten Glücksspielmarkt in Deutschland.

Paradise Papers machte Gauselmann zu schaffen

Der Gauselmann AG haben die zuletzt veröffentlichten Paradise Papers mächtig zugesetzt. Dies könnte auch der Novomatic Gruppe noch passieren. Es ist aktuell davon auszugehen, dass es sich beim Ende der Novoline Spiele in den deutschsprachigen Casinos um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Doch es sind auch wirtschaftliche Gründe denkbar. Aber dafür gibt es keinerlei konkrete Hinweise. Jedes Onlinecasino bewegt sich in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Von der EU-Kommission wurde schon mehrfach der Versuch unternommen, Klarheit in die Angelegenheit zu bringen. Nun bleibt, nach dem Rückzug der EU-Kommission wieder genügend Raum für Spekulationen.

Das Aus für Playtech’s Superhelden

Der Rückzug der Online Casino Spielehersteller begann bereits vor einem Jahr. Zu dieser Zeit zog Playtech seine Marvel-Spielautomaten vom Markt zurück. Seit dem 1. April 2017 wurden alle Superhelden-Slots der Marvel-Serie aus dem Netz genommen und waren nicht mehr verfügbar. Doch hier hing der Rückzug nicht mit dem Glücksspielgesetz zusammen, sondern am 31. März lief der Lizenzvertrag aus und Marvel wollte diesen nicht verlängern.

Auch wenn das für die Fans der Superhelden-Slots ein einschneidendes Ereignis war, so war es dennoch keine Überraschung. Denn der Anfang vom Ende liegt schon einige Jahre zurück. Um genau zu sein im Jahr 2009, als das Marvel Universum von Walt Disney übernommen wurde. Da sich Disney jedoch als Familienunterhalter sieht, passten zwar die Superhelden, aber nicht die Geldspielautomaten ins Portfolio des Unternehmens. Bereits 2013 erklärte ein Disney-Sprecher, dass es vonseiten des Konzerns kein Interesse bestünde, die Lizenzen zu verlän-gern. Bereits 2014 gingen die Marvel-Slots der Amaya-Tochter Cryptologic vom Netz.

Für Merkur und Novoline ist das Spiel noch offen

Fehlenden Ressourcen, politische Interventionen – oder einfach die Hoffnung, dass es doch noch zu einer Regulierung des deutschen Glücksspielmarktes kommt. Warum Novomatic sich vom deutschen Glücksspielmarkt zurückgezogen hat, das steht offenbar in den Sternen. Die ersten Erfolg in der Branche konnten bereits vor einigen Monaten vernommen werden, wo von einem Gericht beschlossen wurde, dass das Lottomonopol nicht rechtmäßig ist.

Für die Freunde der Merkur Spiele ging praktisch eine Welt unter, als es hieß, dass keine Merkur Spiele in Deutschland betrieben werden. Das Stake 7 hatte damit das größte Problem, denn schließlich hatte sich der Anbieter auf die Slots von Merkur fokussiert. Geplant ist, dass das Stake 7 zurückkehrt, jedoch mit einem neuen Konzept – was sicherlich nicht dasselbe sein wird.

Sollten sich die Gerüchte um den Rückzug der Novomatic AG bestätigen, dann müssen die Book of Ra-Fans abwarten, ob es sich um einen Abschied für immer handelt. Denn von den ersten vier der 16 Bundesländer wird die Unterschrift des neuen Glücksspielstaatsvertrags bereits verweigert – oder besser gesagt der zweiten Änderung desselben. Denn wie zuvor gab es auch in diesem Vertrag keinen Anhaltspunkt dafür, dass die online Casinos offiziell reguliert werden können.

Die Bundesländer die ihre Unterschrift verweigern sagen klar aus: Die Abänderung ist so gering, dass sie nicht ausreicht. Von ihnen wird erklärt, dass die Sportanbieter, Pokerseiten, e-Sport-Betreiber und Online Casinos definitiv Raum benötigen und die Chance haben müssen, sich am deutschsprachigen Markt zu etablieren. Sollte die EU-Kommission bei ihrer Entscheidung bleiben, die Klage abzuwenden, kann der aktuelle Tiefschlag doch noch ein positives Ende finden.

Die Hoffnung der Betreiber und Spieler ist ganz klar eine Regulierung, die vor allem die etablierten Anbieter wie Novoline und Merkur in den Vordergrund stellt. Dann nämlich würde sich der Rückzug als ein strategischer und absolut logischer Schachzug erweisen, um so aus den negativen Schlagzeilen zu verschwinden.

Vor allem bei den Novoline Partnern stieß die kurzfristig angekündigte Entscheidung auf starke Verwunderung. So gaben zwei Casinos erst wenige Tage zuvor stolz bekannt, dass sie eine Partnerschaft mit dem österreichischen Anbieter eingegangen sind. Somit sollte es jedem klar sein, dass es unter der Oberfläche brodelt. Für viele sind die deutschen Casinos ohne Merkur und Novomatic Spiele einfach nicht vorstellbar. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich in den nächsten Wochen und Monaten vieles in der Szene in Bewegung setzen wird.

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