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DGB mahnt zu Vorsicht beim Wiederhochfahren der Wirtschaft

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) drängt zur Vorsicht beim Wiederhochfahren der Wirtschaft in der Coronakrise. Es gebe trotz der extremen wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Coronavirus-Pandemie auch Licht am Ende des Tunnels, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizierten für das kommende Jahr eine Erholung der Wirtschaft.

„Das macht Hoffnung.“ Das Wiederhochfahren der Wirtschaft müsse aber so erfolgen, dass ein neuer Ausbruch der Pandemie unterbleibe. „Dabei muss der Arbeits- und Gesundheitsschutz der Beschäftigten an erster Stelle stehen“, so Körzell. Die Forschungsinstitute sagen für das laufende Jahr eine schwere Rezession in Deutschland voraus. Die Wirtschaftsleistung wird demnach um 4,2 Prozent schrumpfen. Im kommenden Jahr halten sie ein Wirtschaftswachstum von 5,8 Prozent für möglich. Körzell forderte, um den wirtschaftlichen Einbruch zumindest etwas abzufedern, müssten die Regelungen zum Kurzarbeitergeld durch die Politik angepasst werden, nachdem sich die Arbeitgeber einer Aufstockung verweigert hätten. „Gerade Menschen mit niedrigem Einkommen kommen mit nur 60 beziehungsweise 67 Prozent ihres Einkommens nicht über die Runden.“ Hintergrund: Je nachdem, ob ein Arbeitnehmer ein Kind hat oder nicht, erhält er 67 beziehungsweise 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns als Kurzarbeitergeld. Für die Zeit nach der Krise forderte Körzell ein umfassendes Konjunkturprogramm. „Ziel muss sein, die Kaufkraft zu stärken, die Lieferketten sicherzustellen – insbesondere in systemrelevanten Bereichen – und die sozial-ökologische Transformation unserer Wirtschaft voranzubringen.“ Der Gewerkschafter sagte zudem, die Wirtschaft könne sich nur erholen, wenn auch die europäischen Partner den ökonomischen Genesungspfad einschlagen könnten. Umso wichtiger sei es, dass sich die Bundesregierung in der aktuellen Krise mit allen europäischen Ländern solidarisch zeige – „zum Beispiel durch Corona-Bonds“.

Foto: DGB-Logo, über dts Nachrichtenagentur

 

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