DIG verlangt Entschädigung für Olympia-Attentats-Opfer von 1972

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) hat sich für eine angemessene Entschädigungsregelung für die Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags auf das israelische Olympia-Team bei den Spielen 1972 ausgesprochen. In einem Brief, über den der „Spiegel“ berichtet, appelliert DIG-Präsident Volker Beck an Bundeskanzler Olaf Scholz, „sich für eine großzügige Entschädigung namens der Bundesrepublik Deutschland an die Familien und Angehörigen der israelischen Ermordeten einzusetzen“. Es sei unumstritten, „dass der damalige polizeiliche Einsatz zur Befreiung der israelischen Geiseln aus den Händen des palästinensischen Terrorkommandos dilettantisch und unprofessionell vorbereitet und durchgeführt wurde“.

Der 50. Jahrestag des Olympia-Attentats müsse nun als Anlass genutzt werden, die erlittenen Verluste der Angehörigen der Opfer und ihre Bemühungen um Anerkennung und Aufklärung „endlich durch eine angemessene Entschädigungsregelung zu würdigen und die Opfer des Attentats für die Versäumnisse um Entschuldigung zu bitten“, heißt es in dem auf den 7. Juli 2022 datierten Schreiben. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft setzt sich als überparteiliche Organisation seit 1966 für die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel in den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur und Wissenschaft ein. Zu ihrem Präsidenten wählte sie Mitte Juni 2022 Volker Beck.

Der langjährige Bundestagsabgeordnete der Grünen war bis 2017 Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe im Bundestag. Beim Attentat palästinensischer Terroristen waren bei den Olympischen Sommerspielen in München am 5. und 6. September 1972 elf israelische Sportler und Betreuer sowie ein deutscher Polizist ums Leben gekommen. Zwei von ihnen wurden im Olympischen Dorf ermordet, die anderen starben während einer missglückten Befreiungsaktion am Flugplatz Fürstenfeldbruck. (dts Nachrichtenagentur)



Foto: Volker Beck, über dts Nachrichtenagentur

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