Digitaler Wandel stellt KMUs vor neue Herausforderungen

Industrie 4.0 und digitale Transformation – dies sind Buzzwords der Wirtschaft. Doch für kleine und mittelständische Unternehmen sind dies eher leere Worthülsen. Der Grund ist, dass die KMU vor allem beim Thema Digitalisierung Probleme mit ihren Ressourcen haben, wie Know-how, Mitarbeiter, Zeit und Budget. Dies sind die kritischen Faktoren. Sprechen sie von international vernetzten Lagerhäusern oder Smart Factorys, dann wirkt dies eher realitätsfern. Allerdings gibt es genügend kleinere Ansatzpunkte, welche die kleinen und mittelständischen Unternehmen wählen können, um einzelne Geschäftsbereiche oder Prozesse zu digitalisieren.

Zukunftszentren helfen KMU bei der Digitalisierung

Den Anschluss an die Digitalisierung zu finden bereitet den KMU und Solo-Betrieben oft Schwierigkeiten. Um das zu ändern, hat das Bundesministerium für Arbeit uns Soziales das Förderungsprogramm „Zukunftszentren“ geschaffen.

Ein Blick in die kleinen und mittelständische sowie Solo-Betriebe zeigt, dass viele in den 1980er Jahren einen Computer angeschafft haben, doch dabei mehr oder weniger stehen geblieben sind. Damit haben sie den Anschluss versäumt, und verpasst die Digitalisierung des Betriebes weiterzudenken und als Chance zu begreifen, die Prozesse zu verschlanken und zu vereinfachen. Die Unternehmen hantieren stattdessen in den meisten Fällen noch immer mit Papierdokumenten herum.

Eben so oder ähnlich ist es um viele KMU bestellt, ganz zu schweigen von den Möglichkeiten des vernetzten Arbeitens 4.0 im Team oder einer modernen Lager- und Warenwirtschaft. Abhilfe soll eines der Förderprogramme der Bundesregierung helfen. Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BAMS), dass bereits im März 2019 vorgestellt wurde, sieht sogenannten „Zukunftszentren“ vor, in denen die Unternehmen Unterstützung erhalten, bei der es sich vorwiegend um Beratungsleistungen handelt. Allerdings liest sich die Förderungssumme bis 2022 recht bescheiden mit 36 Millionen Euro. Zudem sollen die Mittel aus dem Bundeshaushalt und aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung gestellt werden, die zunächst in die neuen Bundesländer fließen.

Gezielte Unterstützung für KMU durch BMWi

Ohne Gelder gibt es keine Digitalisierung und somit bleibt diese für die KMU sowie zahlreiche Solo-Betriebe bzw. Handwerksunternehmen eine zentrale Herausforderung, die es im Geschäftsalltag zu meistern gilt. Um in der heutigen Zeit wettbewerbsfähig bleiben zu können, ist es für die Unternehmer praktisch Pflicht, die Digitalisierung in die Unternehmensprozesse zu verankern.

Hier greift das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein. Mit dem Förderprogramm go-digital, wird eine gezielte Unterstützung geboten, damit die Unternehmen aus den Bereichen Handel, Dienstleistungen und Handwerk den Wettbebewerbsanschluss durch den digitalen Wandeln nicht verlieren. Mit diesem Förderprogramm richtet sich BMWi mit drei Modellen an die KMUs der gewerblichen Wirtschaft und an die Handwerksbetriebe. Dabei handelt es sich um die IT-Sicherheit, die digitalen Markterschließung und die digitalisierten Geschäftsprozesse.

Die Fördermodelle und wie erhalten KMUs die Förderung go-digital

In Deutschland gibt es BMWi autorisierte Unternehmen. Diese beraten und begleiten die Unternehmer bei der Realisierung innovativer Maßnahmen zum Aufbau bzw. zur Erweiterung der IT-Systeme. Unternehmen erhalten nicht nur eine 100%ige Beratung rund um die Förderung, sondern die beratenden Unternehmen übernehmen die gesamten Formalitäten: Von der Antragsstellung bis hin zum Verwendungsnachweis. Damit profitieren die KMU und Handwerksunternehmen von den Fachkenntnissen der Berater bei der Umsetzung der digitalen, innovativen Maßnahmen, neben der zum Geschäftsmodell passenden Beratung.

Mit dem Modul IT-Sicherheit, wird Unterstützung in Hinsicht der Erhöhung der eigenen IT-Sicherheit geboten. Unternehmen die sich von der Zettelwirtschaft verabschieden möchten, erhalten mit dem Modul „Digitalisierte Geschäftsprozesse“ Unterstützung bei der Digitalisierung der Geschäftsabläufe. Das dritte Modul „Digitale Markterschließung“ ist behilflich in den Start des professionellen Online-Marketings.

Welche Unternehmen erhalten Unterstützung aus dem Programm?

Damit Unternehmen an dem Programm teilnehmen können, müssen diese einige Bedingungen, die von dem Bundesministerium aufgestellt wurden, erfüllen. Eine Förderung erhalten ausschließlich die Unternehmen, die aus der gewerblichen Wirtschaft (Handwerker inbegriffen) mit technologischen Schwerpunkt tätig sind. Zudem müssen folgende Dinge nachgewiesen werden:

  • Weniger als 100 Mitarbeiter
  • Jahresumsatz bzw. Bilanzsumme des Vorjahres beträgt max. 20 Mio. Euro
  • Eine Niederlassung in Deutschland
  • Förderungsfähig nach der De-minimis-Regelung

In Zusammenarbeit mit den akkreditieren Beratungsunternehmen erhalten Unternehmen bis zu 50% und maximal 16.500€ Unterstützung aus dem Top des Programms „go-digital“.

Mit dem digitalen Wandel kommen unternehmerische Risiken auf

Oftmals stellen sich die KMU die Frage nach der Umsetzung. Genau hier ist Beratung hilfreich, um erste Impulse zu erhalten und die konkreten Ideen letztendlich zu entwickeln, und umzusetzen. Wichtig ist vor allem, dass die gesamte Belegschaft hinter der Veränderung steht. Die Firmenchefs sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Digitalisierung des Unternehmens phasenweise mit einem gewissen unternehmerischen Risiko verbunden ist. Doch gelingt es, den Unternehmergeist bei den Mitarbeitern zu wecken, dann ist der notwendige Raum für den Wandel geschaffen.

Selbst wenn KMU und Solo- bzw. Handwerksbetriebe über begrenzte Ressourcen verfügen, so sollten die Vorgesetzten den Mitarbeitern die Freiheit geben, neue Anwendungen zu entwickeln und diese zu testen. So bildet sich im besten Fall eine Innovationspipeline in der neue Prozesse und Produkte entwickelt, getestet und optimiert werden – wobei in dabei Fehler erlaubt sind. Kurz gesagt, die KMU verfügen über viele Möglichkeiten, sich digital zu wandeln. Nicht immer ist es notwendig, das Rad neu zu erfinden. Selbst kleine, schrittweise Verbesserungen und strategische Allianzen sind hilfreich, wenn es um die Sicherung der wirtschaftlichen Ertragskraft geht und sich den Weg in die digitale Zukunft zu ebnen.

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