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DIVI-Chef beklagt Engpässe auf Intensivstation im Kölner Raum

Der Chefarzt und Vorsitzende der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, zeigt sich aufgrund von erheblichen Engpässen bei Intensivbetten in Nordrhein-Westphalen besorgt. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir im Kölner Raum am Wochenende, ich sag das jetzt mal so überspitzt, `Land unter` hatten, da sind kaum noch Intensivbetten vorhanden", sagte der Intensivmediziner der RTL/n-tv-Redaktion. Auch wenn sich der Anstieg an Covid-19-Intensivpatienten abschwächt, kommen vor allem Schwerpunktkrankenhäuser in vielen Großstädten an ihre Kapazitätsgrenzen.

"Deshalb ist es so wichtig, dass wir endlich in den Krankenhäusern aus dem sogenannten Regelbetrieb rausgeschickt werden. (…) Einfach die müde Aufforderung `Machen Sie mal`, das passiert nicht, weil die Krankenhäuser wirklich irgendwann an Liquiditätsprobleme kommen." Das sei schon ein großes Problem, mahnte Janssens. Insgesamt stünden noch 23 Prozent an Intensivbetten zur Verfügung, allerdings mit großen regionalen Unterschieden. "Sie müssen vor allem auf die Intensivbettenkapazitäten der Schwerpunkt-Maximalversorger blicken. Das sind diejenigen, die die schwerkranken Covid-19-Patienten, die beatmet werden, optimal versorgen können." Da seien tatsächlich nicht mehr so viele Betten vorhanden. Zum Intensivbettenmangel kommt der Fachkräftemangel. Trotzdem hält Janssens nichts davon, corona-positive, symptomfreie Mitarbeiter an Covid-Patienten arbeiten zu lassen: "Dann wären wir in einer nahezu monströsen Situation. Ich bin der Meinung, dass man solche extremen Maßnahmen ganz am Ende diskutieren sollte und nicht am Anfang der Diskussion in den Ring schmeißen sollte." (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Krankenhausflur, über dts Nachrichtenagentur

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