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Einführung von flächendeckenden Leistungstests in der Schweiz

Bern – Die Ergebnisse der neuen Pisa Studie wurden jetzt auch in der Schweiz veröffentlicht und animieren die verschiedenen Kantone des Landes zu anderen Maßnahmen für die Zukunft. Gibt es in einigen Kantonen der Schweiz bereits freiwillige Tests, die in Zukunft noch verstärkt werden sollen, so gehen vier Kantone in der Nordschweiz weiter und führen flächendeckende Leistungstests ein. Vor diesen Tests warnen Lehrer, da die Angst vorherrscht, dass diese Leistungstests als eine Art Ranking genutzt werden und der Unterricht in der Zukunft schlechter werden würde. Als Grund wurde angegeben, dass die Lehrer die Schüler dann nur noch auf solche Tests vorbereiten werden. In den betroffenen Kantonen wurden solche Unterstellungen zurückgewiesen, vielmehr bieten diese flächendeckenden Leistungstests die Möglichkeit, den Unterricht mehr auf die Schüler abzustimmen und einheitliche Lernziele zu erreichen.

Zunächst wurden teilweise freiwillige Tests durchgeführt

Erste Tests in den betroffenen Kantonen der Nordschweiz wurden vergangenen September durchgeführt, diese waren zum Teil noch freiwillig. Die Kantone, die diese Leistungstests einführen wollen sind die vier Kantone in der Nordwestschweiz: Aargau, Basel-Stadt, Baselland und Solothurn. In diesem ersten Test wurden rund 8200 Drittklässler in den Fächern Deutsch und Mathematik gestestet. Veröffentlicht werden sollen die Ergebnisse dieses Tests Anfang 2014, damit die Lehrer den Unterricht anhand dieser Ergebnisse ganz gezielt weiterentwickeln können. Die Einführung der Leistungstests soll bis zum Schuljahr 2017/ 18 abgeschlossen sein und eine Anpassung des Unterrichts an den Leistungsstand der Schüler ermöglichen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Lehrer sehen Leistungstests als Gefahr für das Niveau an

Die Lehrer und Lehrerinnen im Dachverband der Schweizer Lehrer (LCH) machen sich jedoch Sorgen um die neuen Leistungstests, da öffentliche Rankings Schulen und auch Lehrer an den Pranger stellen würden und der Unterricht allgemein unter diesen Tests leiden würde. Gerade Schüler, die in bildungsfernen Schichten leben, würden dabei verlieren. Ein öffentliches Ranking soll allerdings ausgeschlossen sein und die vier Kantone haben schon Rechtserlasse in Kraft gesetzt, die eine Veröffentlichung der Testergebnisse verbieten. Damit sollen Rückschlüsse auf einzelne Schulen, Schüler und Lehrer verhindert werden.

Allerdings kann das sogenannte Öffentlichkeitsprinzip zum großen Problem werden. Bei diesem kann ein Verwaltungsgericht oder das Bundesgericht den jeweiligen Kanton zur Herausgabe der Daten zwingen. Die Medien erstellen schließlich gerne Rankings und Eltern möchten genau wissen, welche Schule die beste ist. Aus diesem Grund stehen in den nächsten Wochen intensive Gespräche über die genaue Form der Leistungstests und über die wirkliche Anzahl der getesteten Schüler an. 

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