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Windenergieanlage

Energiewende: Woher weht der Wind?

Seit einigen Jahren ist die Energiewende in aller Munde, und spätestens seit den Ereignissen in Japan nach dem schrecklichen Erdbeben und den Bildern der Reaktorkatastrophe von Fukushima arbeiten viele Länder mit Hochdruck daran, die Energiewende in ihrem Einflussbereich zu realisieren. Natürlich spielen auch der zunehmende Energiebedarf der Menschheit und die fortschreitende Verknappung fossiler Brennstoffe eine entscheidende Rolle für die Energiewende.

Was ist die Energiewende?

In vielen Staaten, so auch in Deutschland, verstehen viele Menschen unter dem Begriff Energiewende gemeinhin nur den Ausstieg aus der Atomenergie und die Hinwendung zu ökologisch erzeugter Energie, was jedoch nicht die ganze Bandbreite der Energiewende erklärt. Als Energiewende gilt die Umstellung der kompletten Energiegewinnung auf eine nachhaltige Energieerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien. Dies ist eines der wichtigsten Ziele der Gesellschaft für die kommenden Jahrzehnte. Seitdem die Bundesregierung den schrittweisen Atomausstieg endlich beschlossen hatte, ist dieses Thema aktueller denn je. Betrachtet man übrigens die Sache näher, stellt man fest, dass die Energiewende im Kleinen schon länger stattfindet, denn seit Jahren investieren Unternehmen, Kommunen und Privatleute in erneuerbare Energien zur Deckung ihres eigenen Strombedarfs sowie in Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Sie profitieren dabei in erster Linie von diversen Fördermaßnahmen der Regierung, andere setzen sich aus eigenen Antrieb für Nachhaltigkeit ein. Viele setzen dabei ganz besonders auch auf die Windenergie . Windenergie Grafik: Statista

Windenergie – was ist so interessant daran?

Bei der Nutzung der Windenergie werden keine fossilen Brennstoffe vergeudet, es entstehen keine Abgase und Verbrennungsrückstände und es sind auch keine größeren Eingriffe in die Landschaft erforderlich, wie sie etwa beim Bau von Staudämmen zur Energiegewinnung aus Wasserkraft notwendig sind. Bei der Nutzung der Windenergie zur Stromerzeugung ist der Eingriff in die Landschaft, gemessen am Nutzen, akzeptabel.

Die Entwicklung des Marktes

Betrachtet man die erste Grafik, erkennt man zunächst die beeindruckende Steigerung der Nutzung von Windenergie am Markt von 2001 bis heute. Hier wird veranschaulicht, dass sich die Entwicklung der Windenergieproduktion von Weltwirtschafts- und Schuldenkrise völlig unbeeindruckt zeigt. Während in vielen anderen Branchen in der Krise Kapazitäten zurückgefahren und die Produktion gedrosselt wurde – auch auf Grund zurückgegangener Nachfrage – verzeichnet die Windenergiebranche unbeirrtes Wachstum.

Auch China setzt auf ökologische Energiegewinnung

In der zweiten Grafik wird deutlich, dass China seine Windenergieproduktion in den letzten Jahren um beeindruckende 2337 Prozent gesteigert hat. Wenn man bedenkt, dass China ein Milliardenvolk ist, kann man sich vorstellen, dass der Hunger und der Bedarf nach Energie dort keine Grenzen kennen . China hat ehrgeizige Ambitionen, und dazu benötigt es Energie. Allerdings haben die Chinesen ihre Erfahrungen mit den Problemen des Drei-Schluchten-Staudammes, der 1993 am Jangtsekiang begonnen wurde und voraussichtlich bis 2013 rund 75 Milliarden US$ verschlungen haben wird, gemacht. So darf es nicht verwundern, dass ihr Interesse an alternativen und neuen Formen der Energiegewinnung sehr hoch ist.

China als führender Erzeuger von Windenergie überflügelte die USA

Betrachtet man die Marktanteile der vier größten Erzeuger von Windenergie stellt man fest, dass China mittlerweile auch in diesem Segment die unangefochtene Nummer Eins ist. Es folgt die USA , die gerade eben erst von den Chinesen überholt wurden. Beeindruckend ist dabei übrigens, dass China nun mehr Windenergie erzeugt als Nummer Drei und Vier, Deutschland und Spanien, zusammen erzeugen und damit mehr als ein Viertel der gesamten Windenergie-Erzeugung weltweit sicherstellt.

Verpassen Russland und Brasilien den Anschluss?

In der vierten Grafik findet man einen Überblick über die zehn größten Erzeuger von Windenergie auf der Erde. Wir sehen, dass 86 Prozent der weltweiten Windenergieproduktion auf diese Länder entfallen. Die eigentliche Überraschung dieser Statistik ist jedoch das Fehlen von Brasilien und Russland. Man bedenke: die sogenannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) gelten als Schwellenländer, also Länder, die dabei sind, den Sprung zur wirtschaftlichen Großmacht zu schaffen. Während man in Indien auch bei der Windenergiegewinnung dabei sein will, scheinen Brasilianer und Russen diesen Zug zu verpassen. Bleibt also abzuwarten, wie die Entwicklung in diesen Staaten weitergeht, denn auch in Russland sind fossile Brennstoffe nicht unbegrenzt verfügbar und die Atomenergie dürfte auch hier nicht mehr auf Befürworter stoßen. Allerdings wird in der Grafik auch deutlich, dass die USA, obwohl als Nummer Zwei der Windenergieerzeuger gehandelt, nur 1,2 % des eigenen Energiebedarfs mit Windenergie decken, während rund 82% mit fossilen Brennstoffen und 8,5% mit Atomenergie abgedeckt werden. Auch hier also ein riesiger Nachholbedarf.

Dänemark als positives Beispiel

Das kleine Dänemark hingegen, ein Volk von gerade einmal fünf Millionen Einwohnern, nimmt den ersten Platz ein, wenn man die Produktionsmenge von Windenergie pro Kopf betrachtet. Nun gut, die Dänen haben die Nordsee vor der Nase, und da bläst es nun mal einfach. Trotzdem zeigt uns dies, dass Dänemark unbedingt dabei sein will, wenn es um die Energie der Zukunft geht – und die soll sauber und umweltfreundlich sein. Selbst Spanien und Portugal, zwei Südländer, die eigentlich genug Sonne zur Solarenergiegewinnung haben, sind vor Deutschland, das Rang vier belegt, zu finden. Die Überraschung jedoch, die sich in der Graphik finden lässt, ist, dass ausgerechnet Griechenland es unter die Top-Ten geschafft hat.

Ausblick: asiatische Länder weiter auf dem Vormarsch

Die letzte Grafik zeigt, dass der Global Wind Energy Council das Wachstum der Branche so einschätzt, dass Europa in den nächsten Jahren von Asien überholt und überflügelt wird. Hier sollte man als Europäer nicht in Panik geraten – denn während es in Europa dank zahlreicher vorhandener Kraftwerke und Windenergieanlagen mehr um einen Umbau in der Energiegewinnung geht, stehen die asiatischen Länder vor der Aufgabe des Aufbaus ihrer Infrastruktur. Dass diese dann den umweltfreundlichen Weg einschlagen und zukunftsträchtige Methoden der Energieproduktion favorisieren, ist nur natürlich und zu erwarten.

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