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Ethikrat: Impfpflicht-Debatte nicht auf Kinder beschränken

Der Deutsche Ethikrat fordert, dass die Debatte über eine Einführung der Impfpflicht nicht länger auf Kinder beschränkt bleibt: Stattdessen sollte stärker darüber gesprochen werden, wie Erwachsene besser einbezogen werden können, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. "Das Ziel der Debatte, die Impfquoten zu erhöhen, ist richtig und gut", sagte Peter Dabrock, der Vorsitzende des Ethikrats, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Doch es gerate außer Acht, dass Erwachsene die Hälfte der an Masern Erkrankten ausmachten. Deshalb sollte sich die Diskussion über die Impfpflicht stärker als bislang auf Volljährige richten. "Eine besondere Verantwortung sehen wir bei Personen, die berufsbedingt ein hohes Risiko haben, also Menschen in Gesundheitsberufen und pädagogisches Personal", sagte Dabrock. Zugleich kritisierte der Ethikrat, dass der Begriff der Impfpflicht unkritisch verwendet werde. Zu einer Pflicht gehöre die Möglichkeit, diese durchzusetzen. Dazu müsste der Staat im äußersten Fall Bußgelder verhängen oder Personen gegen ihren Willen impfen können, was Dabrock für problematisch hält. Gegen den Schutz der Gemeinschaft vor Krankheiten, deren Ausbruch und Übertragung durch das Impfen vermieden werden können, stehe das Persönlichkeitsrecht und die Integrität des eigenen Körpers, sagte Dabrock. Bei Kindern sei überdies das grundgesetzlich garantierte Elternrecht berührt. Dies müsse gegeneinander abgewogen werden. Bevor über Zwangsmaßnahmen diskutiert werde, solle zunächst versucht werden, die Bevölkerung gezielter anzusprechen, forderte der Theologe. Noch vor der parlamentarischen Sommerpause will der Ethikrat eine ausführliche Stellungnahme vorlegen. Foto: Kinder, über dts Nachrichtenagentur

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