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Europawahlkampf: AfD in Berlin 862-mal von Vandalismus betroffen

Keine andere Partei ist im Europawahlkampf in Berlin so stark von Vandalismus betroffen wie die AfD. Nach einer Auswertung der Berliner Polizei, über welche die "Welt" (Montagsausgabe) berichtet, wurden bis zum vergangenen Donnerstag in der Hauptstadt 862 Wahlplakate der Partei beschädigt oder entwendet. 839 dieser Sachbeschädigungen gelten als politisch motiviert, 23 werden der allgemeinen Kriminalität zugerechnet. "Wenn Wahlplakate mit politischen Parolen beschmiert werden, handelt es sich um politisch motivierte Kriminalität. Werden sie einfach nur heruntergerissen, zählen wir das als allgemeine Kriminalität", sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei. Damit ist die AfD in der Hauptstadt etwa sechsmal so oft von Zerstörungswut betroffen wie alle anderen Parteien zusammen. Insgesamt zählte die Berliner Polizei bis zum vergangenen Donnerstag 1.006 beschädigte oder entwendete Wahlplakate. Nach der AfD sind mit großem Abstand die Wahlplakate von CDU (27), Linke (23) und NPD (23) am häufigsten das Ziel von Sachbeschädigungen. Die SPD war 15-mal betroffen, Grüne und FDP jeweils acht mal. Die wenigsten Zerstörungen – jeweils einen Fall – gab es bei "Die Partei", Freien Wählern, Piratenpartei und Volt. In der AfD kursiert eine Excel-Liste, in der jede Beschädigung festgehalten wird. Da heißt es zum Beispiel mit Bezug auf den Tatort Alt-Biesdorf ganz im Berliner Osten: "Wesselman rot beschmiert", oder "Wesselman umgetreten". Der Schaden wird in diesem Fall aus Alt-Biesdorf mit 200 Euro beziffert. Die Tat soll sich zwischen dem 6. und 14. April ereignet haben. Wesselman ist der Begriff, der sich in Deutschland für Großplakate der Parteien eingebürgert hat – in Anlehnung an die gleichnamige Plakatfirma. Bislang habe man berlinweit etwa 40 Prozent der Plakate auf Beschädigungen überprüft, hieß es aus der AfD. Noch seien also nicht alle Zerstörungen aktenkundig, die Zahlen jedoch schon recht "aussagekräftig". Der Schaden bewege sich im fünfstelligen Bereich. Bundesweit liegen keine derartigen Zahlen vor. Die Einschätzung des Dienstleisters für die Aufstellung der Großflächentafeln sei, dass Beschmierungen von Wahlplakaten im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 zunähmen, heißt es zwar aus der FDP. Regional gebe es jedoch große Unterschiede: In Ostdeutschland würden mehr Plakate beschädigt als in den westdeutschen Ländern. Nach Angaben der Linken gibt es bundesweit keine Erkenntnisse über eine gestiegene Zerstörungswut gegen ihre Plakate. Die anderen Parteien machten auf Anfrage der "Welt" keine Angaben. Auch in der AfD lagen keine diesbezüglichen Daten zum gesamten Bundesgebiet vor. Foto: Alternative für Deutschland (AfD), über dts Nachrichtenagentur

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