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Ex-Kulturstaatsminister will „intelligenteren“ Lockdown-Exit

Der Philosoph und ehemalige Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin fordert „intelligentere“ Lösungen für eine Rückkehr zur Normalität. „Die räumliche Distanzwahrung ist im Prinzip eine Methode aus dem Mittelalter zur Bekämpfung der Pest. Wir müssen davon wegkommen“, sagte Nida-Rümelin dem Nachrichtenportal Watson.

Stattdessen müssten Risikogruppen besser geschützt und Infektionen per App nachverfolgt werden. „Südkorea hat vorgemacht, wie effektiv es sein kann, wenn man einen anderen Weg geht“, so der frühere Kulturstaatsminister weiter. Man müsse die Todeszahlen drücken, indem man die Risikogruppe schütze, viel teste und durch Apps nachverfolge. Gleichzeitig müsse man die Maßnahmen lockern, „damit das wirtschaftliche, kulturelle und soziale Leben möglichst rasch wieder nach oben fährt“. Nida-Rümelin fehlt eine breite gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit dem Virus. Gerade zum Beginn der Pandemie sei das nicht erfolgt. „Da hieß es, man solle abwarten und die Virologen würden schon sagen, was zu tun ist“, sagte der ehemalige Kulturstaatsminister. Bis jetzt sei nicht klar, was das Ziel der Maßnahmen sei. Der Philosoph fordert daher einen offeneren Umgang mit alternativen Konzepten zur Virus-Bekämpfung. „Das heißt, dass auch andere Disziplinen als die Virologie und Epidemiologie, Fachleute aus den Wirtschaftswissenschaften, der Bildung und der Ethik sowie die Bürgerschaft überlegen, wie man weitermacht“, sagte Nida-Rümelin dem Nachrichtenportal Watson. Es gehe „hier eben auch um moralische Fragen“.

Foto: Abstandsmarkierungen, über dts Nachrichtenagentur

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