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Ex-SPD-Vorsitz-Kandidaten fordern breitere Aufstellung

Die unterlegenen Kandidaten beim Mitgliedervotum um den SPD-Parteivorsitz Christina Kampmann und Michael Roth haben scharfe Kritik am Zustand der SPD geübt und eine breitere Aufstellung gefordert. "Einige in der Partei glauben, die SPD sei eine Raupe und sie müsse sich nur stark genug in einen Kokon einspinnen, dann würde schon ein schöner Schmetterling aus ihr. Ich halte das für Unsinn", sagte Roth dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben).

"Die SPD muss sich möglichst breit aufstellen, jetzt ist Teamarbeit gefragt", so der Staatsminister im Auswärtigen Amt weiter. Die neuen Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans würden eine wichtige Rolle spielen, so Roth. "Aber sie stehen mit dieser Aufgabe nicht alleine da, dafür wäre sie auch zu groß." Roth beklagte die uneinheitliche Außendarstellung von Regierungs-SPD und Partei. "Die Menschen im Land unterscheiden ja nicht zwischen einer SPD im Willy-Brandt-Haus und einer SPD in der Regierung. Für sie gibt es nur eine SPD", sagte er. "Es geht nicht, dass in der SPD die einen Hü und die anderen Hott sagen." Er forderte Esken und Walter Borjans auf, an einer sozialdemokratischen Erzählung zu arbeiten statt immer neue Einzelmaßnahmen zu fordern. "Ich verstehe die Ungeduld der neuen Parteichefs, jetzt etwas bewegen zu wollen. Wichtig ist, diese vielen guten Einzelmaßnahmen in eine große sozialdemokratische Erzählung einzubetten", sagte er. "Natürlich geht es um Inhalte, aber es geht auch um eine überzeugende Verpackung, um die großen Linien", so Roth weiter. "Unsere Mitglieder wollen endlich wieder stolz auf die SPD sein." Kampmann forderte von der SPD-Spitze mehr Führung ein. "Ich bin sicher, dass die Partei jetzt Führung und Orientierung von den neuen Vorsitzenden erwartet. Was sind Konzepte und Strategien der SPD? Wie sehen Visionen für die nächsten zehn Jahre aus?", sagte sie wörtlich. Die neuen Vorsitzenden hätten bei der Beantwortung dieser Fragen Zeit verdient, dürften aber auch nicht alleingelassen werden. Die Landtagsabgeordnete aus NRW beklagte den persönlichen Umgang innerhalb der Partei. "Die SPD muss darauf hinarbeiten, dass uns alle unsolidarisches Verhalten befremdet", forderte sie. "Widerspruch in Sachfragen ist willkommen. Aber mit persönlichen Attacken muss Schluss sein". Die aktuelle Situation der Partei sei dramatisch, betonte Kampmann. "Deshalb habe ich null Verständnis für die, die immer noch Zwietracht säen oder in den sozialen Medien gegen die eigenen Leute schießen." Roth ergänzte: "Wir dürfen uns auch nicht vom Gift der Nationalisten anstecken lassen, die von Systempresse reden. Die SPD hat doch kein Problem mit Journalisten, die sie runterschreiben. Die SPD hat ein Problem damit, dass sie sich selbst nicht hochredet."

Foto: Christina Kampmann und Michael Roth, über dts Nachrichtenagentur

 

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