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EZB-Bankenaufseherin kündigt Überprüfung des Zinsänderungsrisikos an

Die oberste Bankenaufseherin in der Währungsunion sorgt sich um mögliche Schäden durch steigende Zinsen in den Bilanzen der europäischen Geldhäuser. Deshalb kündigt Danièle Nouy, die Chefin des bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelten Single Supervisory Mechanism (SSM), eine Überprüfung des Zinsänderungsrisikos an: "Wir versuchen ein solches Problem als Bankenaufseher frühzeitig anzugehen, am besten, bevor es auftritt", sagte sie dem "Handelsblatt". "Darum haben wir gerade damit begonnen zu analysieren, wie anfällig die Banken für Zinsrisiken in ihren Anlagebüchern sind." Zwar littden die Banken unter der Niedrigzinspolitik der EZB und höhere Sätze könnten ihnen auf lange Sicht helfen, wieder stabilere Margen zu erreichen. Kurzfristig könnten den Instituten durch steigende Zinsen allerdings Gefahren drohen, weil sich die Refinanzierung schnell zu verteuern drohe, während die Kreditnehmer versuchten, sich die günstigen Konditionen möglichst langfristig zu sichern. Da es in diesem Jahr keinen Stresstest der European Banking Authority (EBA) gebe, habe sich der SSM entschlossen, die Zinsrisiken selbst zu analysieren, kündigte Nouy an. "Wir wollen der Arbeit, die wir auf Einzelbankebene geleistet haben, ein vergleichendes Element hinzufügen, um Vergleichswerte für ähnliche Banken zu erhalten." Die Resultate werden nach Worten der Aufseherin "auch die Kapitalempfehlungen der so genannten Säule 2 beeinflussen, die der SSM für die Banken festlegt". Darunter versteht man die freiwilligen Kapitalempfehlungen des SSM im Gegensatz zu den individuellen Pflichtkapitalpuffern, die die Bankenaufseher der EZB den Instituten verordnen. Um das Problem der Ertragsschwäche der europäischen Banken zu bekämpfen, hält Nouy eine Bereinigung des überbesetzten europäischen Bankenmarkts für unausweichlich: "Konsolidierung ist absolut notwendig", betonte die Französin, die seit 2014 an der Spitze der einheitlichen Bankenaufsicht in der Währungsunion steht. Das heißt für Nouy auch grenzüberschreitende Zusammenschlüsse: "Mit der Bankenunion haben wir einen paneuropäischen Markt geschaffen, insofern wären paneuropäische Geldhäuser ein logischer Schritt". Große Fusionen waren in der Bankenbranche seit der Finanzkrise ein Tabu, zu groß war die Angst dass dadurch noch größere und mächtigere Banken entstehen, die im Notfall dann wieder von den Steuerzahlern gerettet werden müssen. Nouy erläuterte, wie sie diese Gefahr vermeiden will: "Wir müssen als Kontrolleure jedes Vorhaben auf Herz und Nieren prüfen und festlegen, welche Bedingungen wir an spezifische Fusionen knüpfen, damit die neuen Unternehmen von Anfang an stark sind." Zusammenschlüsse schwächerer Banken lehnt Nouy deshalb ab: "Aus zwei hässlichen Entlein wird kein schöner Schwan. Was das angeht, werden wir sehr wachsam sein." Foto: EZB, über dts Nachrichtenagentur

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