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Fahrradunfall: Was man über die Absicherung wissen sollte

Mit dem Rad zu Arbeit – rund ein Fünftel tut dies regelmäßig. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Wochenzeitung „Die Zeit“. 17 Prozent der Frauen fahren somit regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit, bei den Männern sind es 23 Prozent. Genutzt wird das Fahrrad vor allem bei jungen Menschen. Der Anteil liegt bei den 18- bis 34-jährigen bei 29 Prozent.

Nur der direkte Weg ist abgesichert

Wenn auf dem direkten Weg von Zuhause zur Arbeitsstelle ein Unfall passiert, dann ist man über die gesetzliche Krankenversicherung abgesichert . Hier zahlt die Versicherung nicht nur die Behandlung, sondern übernimmt auch eine mögliche Rehabilitation. Sollte es zu einer dauerhaften Schädigung kommen, wird ebenfalls eine monatliche Rente gezahlt. Diese hängt vom Lebensalter und dem Grad der Invalidität ab. Sofern der Weg zur Arbeit nicht direkt genommen, sondern ein Umweg, beispielsweise zum Bäcker, gemacht wurde, erhält der Betroffene von der gesetzlichen Unfallversicherung allerdings nichts. Zwar werden die Kosten für die akute Behandlung übernommen – mehr aber auch nicht. Ein sehr wichtiger Aspekt, wie auch Edgar Schmitt, Leiter Schaden Sach/HUK bei den Ergo Direkt Versicherungen weiß: „Auch sehr kurze Umwege können schon zum Verlust des Schutzes führen.“ Dies wurde in einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) festgestellt, das einem Mann den gesetzlichen Unfallschutz verweigerte, weil er 100 Meter vom direkten Heimweg abwich, um sich an einem Geldautomaten Geld zu holen. „Geschützt ist der unmittelbare Weg zur Arbeit. Hier kann der Arbeitnehmer allerdings entweder den zeitlich oder den geografisch kürzesten Weg wählen“, sagt Schmitt. Ebenso nicht mehr unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung steht derjenige, der zwar den direkten Weg wählt, aber in einen Unfall über zwei Stunden nach Arbeitsende involviert ist. Die Versicherer gehen in diesem Fall davon aus, dass sich der Betroffene von der betrieblichen Tätigkeit und dem direkten Weg gelöst habe.

Private Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit einer privaten Unfallversicherung ist man dagegen auf der sicheren Seite. Beim Abschluss sollte man laut Edgar Schmitt auf folgendes achten: „Sie sollte eine ausreichend finanzielle Absicherung bieten, um durch einen Unfall bedingte Einkommensverluste aufzufangen und einen zusätzlichen Kapitalbedarf zu decken, etwa für behindertengerechte Umbauten. Diese sind häufig mit enormen Kosten verbunden.“ Von Vorteil ist hierbei, dass die private Unfallversicherung schon bei niedrigen Invaliditätsgraden zahlt und auch dann, wenn der Beruf noch ausgeübt werden kann. Kann der Beruf nicht mehr ausgeübt werden, kann man eine monatliche Rente dennoch erhalten, sofern man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat. Sinnvoll ist es, diese schon in jungen Jahren abzuschließen. „Zum einen steigen die Beiträge bei einem höheren Eintrittsalter an und es besteht zudem die Gefahr, dass zu einem späteren Lebensalter mögliche Erkrankungen hinzukommen“, erklärt Edgar Schmitt. So könne es im schlimmsten Fall passieren, dass gar kein Versicherungsschutz mehr angeboten wird. Foto: © dts Nachrichtenagentur

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