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FDP-Chef: Krisen lassen reifen

Christian Lindner sieht sich in seinem Amt als FDP-Vorsitzender nach den Turbulenzen um die Ministerpräsidentenwahl in Thüringen und der Wahlniederlage in Hamburg nicht geschwächt. „Meine Erfahrung ist, dass Krisen und Lektionen reifen lassen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben). „Der Vorstand hat mir mit einem eindeutigen Votum dankenswerterweise das Vertrauen ausgesprochen“, fügte er hinzu.

„Jetzt kann es wieder um die Sache gehen. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung, der Digitalisierung und der Bildung sind unsere Kernthemen aktueller denn je.“ Auf die Frage, warum Lindner nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich mit Stimmen der AfD die anderen Parteien dazu aufgerufen hat, das Gesprächsangebot des neuen Ministerpräsidenten Kemmerich anzunehmen, antwortete Lindner: „Es ist Herr Kemmerich gewesen, der nach seiner für ihn selbst überraschenden Wahl den anderen demokratischen Parteien angeboten hat, eine überparteiliche gemeinsame Regierung zu bilden.“ Lindner sagte: „Ich kannte die Lage im Landtag nicht, eine überparteiliche Reaktion auf die AfD ist aber generell sinnvoll.“ Daher habe er in der ersten Reaktion für die Gesamtpartei nur eine Grundsatzfrage festgelegt: keine Zusammenarbeit mit der AfD. „Sonst wäre ich als Bundesvorsitzender zurückgetreten.“ Andere in der FDP hatten sich früher als Lindner scharf zu den Vorgängen in Thüringen positioniert. „Man lässt sich nicht von AfD-Faschisten wählen. Wenn es doch passiert, nimmt man die Wahl nicht an“, hatte etwa der Außenpolitiker und Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff getwittert. „In der Sache hat Graf Lambsdorff Recht. So würde es wohl heute auch jeder machen“, sagte Lindner. Er fügte allerdings hinzu: „Als Parteivorsitzender bin ich unmittelbar für das Krisenmanagement verantwortlich. Da ziehe ich das persönliche Gespräch vor, um Ergebnisse zu erreichen.“ Lindner sagte: „Außerdem wusste ich, in welche persönliche, menschliche Krise Herr Kemmerich geraten war.“ Deshalb sei er am nächsten Morgen nach Erfurt gefahren, sagte Lindner. „Herr Kemmerich hat seinen Rückzug fixiert, wir haben unsere Abgrenzung zur AfD bestätigt und Neuwahlen als Weg vorgeschlagen. Wenn Sie sich erinnern, hatte sich die Bundes-CDU scharf geäußert, aber keine Klarheit schaffen können.“

Foto: Christian Lindner, über dts Nachrichtenagentur

 

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