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FDP: Entschuldigung bei Contergan-Opfern war lange überfällig

Berlin - Die Entschuldigung des Pharmakonzerns Grünenthal, der sich am gestrigen Freitag nach über 50 Jahren bei den Opfern des Schlafmittels Contergan erstmals entschuldigt hatte, ist nach Ansicht von Nicole Bracht-Bendt, FDP-Sprecherin für Frauen und Senioren, lange überfällig gewesen. Ihre Partei begrüße, "dass sich der Pharmakonzern Grünenthal bei den weltweit rund 10.000 Opfern der Contergan-Katastrophe entschuldigt hat. Diese Geste war schon lange überfällig", betonte die FDP-Politikerin am Samstag in Berlin.

Grünenthal bleibe aber auch nach der Entschuldigung in der Verantwortung, "damit die betroffenen Menschen auch im Alter würdevoll leben können", so Bracht-Bendt weiter. Grünenthal-Geschäftsführer Harald Stock hatte sich am Freitag im Namen des Pharmakonzerns bei der Einweihung eines Denkmals für die Contergan-Opfer entschuldigt. "Wir bitten um Entschuldigung, dass wir 50 Jahre lang nicht den Weg zu ihnen, von Mensch zu Mensch, gefunden haben. Stattdessen haben wir geschwiegen", so Stock. Bei dem Medikament Contergan handelt es sich um ein Schlafmittel, das 1957 auf den Markt gebracht wurde. Da es als sehr wirksam gegen Schwangerschaftsübelkeit galt, wurde das rezeptfreie Mittel von vielen werdenden Müttern eingenommen. Im Mutterleib kam es jedoch zu schweren Missbildungen der Kinder, vor allem an Armen und Beinen. Weltweit waren etwa 10.000 Kinder betroffen. Als 1961 der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Contergan und den Missbildungen aufgedeckt wurde, nahm Grünenthal das Medikament vom Markt.

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