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Feuerwehrübung im Flughafentunnel

Filderstadt-Bernhausen (red) – Mitten im Feierabendverkehr am Freitagabend passiert es: Im Flughafentunnel der B312 stoßen vier Fahrzeuge zusammen, es gibt mehrere Verletzte und starker Rauch breitet sich rasch im Tunnel aus. Dies war zwar nur ein Übungsszenario, aber für die Flughafenfeuerwehr sowie die freiwilligen Feuerwehrangehörigen der Feuerwehren aus Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen und Esslingen war es ein Großeinsatz, bei dem es auf jede Minute ankommt. Andreas Reeh, stellvertretender Stadtbrandmeister in Filderstadt, hat die Übung vorbereitet. Ziel war es vor allem, die Stoßtruppentaktik unter Atemschutz realitätsnah zu erproben. In regelmäßigen Abständen finden solche Übungen gemäß Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb für Straßentunnel (RABT) statt. Der Tunnel wird allerdings nicht extra für eine Übung gesperrt, wie der Übungsleiter betonte: „Am Tunnel finden diverse Reinigungs- und Wartungsarbeiten statt, deshalb konnten wir diese Übung ohne zusätzliche Einschränkung des Verkehrs durchführen.“ Er erklärte das Übungsziel: „Wir stecken mitten in der Ausbildungsphase für Atemschutzträger und erprobten daher auch den Umgang mit Langzeitatemschutz.“ Mit dem größeren Volumen können Feuerwehrangehörige bis zu einer Stunde – je nach körperlicher Verfassung – unter Atemschutz arbeiten. Im Normalfall reicht die Füllung für 30 Minuten. Die Stoßtruppentaktik ist vor allem bei Einsätzen in Straßen- oder S-Bahntunneln erforderlich. Reeh präzisiert: „Tunnels haben eine große Eindringtiefe und erfordern daher eine Änderung der Taktik. Im Normaleinsatz sind die Feuerwehrangehörigen in Zweimanntrupps unterwegs, sobald es aber in einen Tunnel geht, bestehen die Trupp aus fünf Kräften.“ Diese Vorgehensweise hilft vor allem, große Distanzen zu überwinden und das notwendige Hilfsmaterial zur Einsatzstelle zu bringen. „Die kleinen leistungsfähigen Trupps haben verschiedene Schwerpunktaufgaben, wie Brandbekämpfung oder Personenrettung.“ Bei der Übung am Flughafentunnel, der während des Einsatzes komplett gesperrt war, wurde auch gleich erprobt, wie sich die Stoßtrupps ausrüsten, um das richtige Material dabei zu haben. „Ein Zweimanntrupp erkundigt die Unfallstelle im Tunnel mit Wärmebildkamera und gibt die Lage per Funk weiter, damit die nächsten Einsatzkräfte wissen, was sie vor Ort erwartet.“ Dabei wird auch geklärt, wie weit im Tunnel drin die Einsatzstelle ist. „Normalerweise fahren wir mit unseren Fahrzeugen direkt in den Tunnel, da wir aber die Stoßtruppentaktik üben wollten, haben wir die Situation so dargestellt, dass die Trupps arbeiten können.“ Bei dieser Übung am Flughafentunnel kam auch der Einsatzleitwagen 2 (ELW2) der Feuerwehr Esslingen zum Einsatz. Andreas Reeh erklärt dessen Nutzung: „Wir sind froh, dass wir bei Vorfällen ab einer gewissen Größe den ELW2 der Esslinger Feuerwehr anfordern können. Die Besprechungszelle in diesem Fahrzeug dient der Einsatzleitung für die Koordination.“ Die Koordination war auch an dieser Übung wichtig, da insgesamt 150 Einsatzkräfte beteiligt waren. Dabei wurde auch die Einsatzbereitschaft in Filderstadt sichergestellt. Während der Übung waren mehrere Trupps im Einsatz. Es mussten Wasserleitungen von Hydranten zur Unfallstelle gelegt werden, damit der Brand bekämpft werden konnte und es galt, die verletzten Personen so schnell wie möglich aus dem Tunnel zu bringen. Während der Übung stellten die Feuerwehrangehörigen fest, dass der Funkbetrieb nicht optimal funktionierte und es kam das Motorrad der Feuerwehr Filderstadt zum Einsatz. Im Landkreis Esslingen übrigens das Einzige Feuerwehrmotorrad. So diente dieses als schnelles Kommunikationsmittel für die Einsatzleitung. Die zehn Beteiligten, darunter ein Kind (Dummies) waren schnell gerettet und der Brand rasch gelöscht. Die Einsatzleiter waren mit dem Ergebnis der Übung am Flughafentunnel zufrieden. Andreas Rudlof, Leiter der Flughafenfeuerwehr zog positive Bilanz, gab aber zu bedenken: „Es zeigte sich, dass der Rauch vor allem auf die Nordseite zieht. Im Real Fall könnte sich dieser auch auf die Straße sowie auf die Start- und Landebahn am Flughafen ausbreiten.“ Für Einsatzleiter Jochen Thorns, Stadtbrandmeister und Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Filderstadt war die Übung erfolgreich: „Wir wollten die Stoßtruppentaktik erproben und das hat gut funktioniert.“ Er vertritt die Ansicht: „Eine gute Übung ist eine Übung, aus der man Erkenntnisse ziehen kann. Man kann nur besser werden, in dem man aus Fehlern lernt.“

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