Ramsauer erwartet Kostensteigerungen beim Bau der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm

Berlin/Stuttgart – Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) erwartet nach der Kostenexplosion beim Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 auch Kostensteigerungen beim Bau der damit verbundenen Neubaustrecke Wendlingen-Ulm. „Momentan kalkulieren wir mit 2,9 Milliarden Euro. Es gibt immer Risiken. Ich kenne kaum ein Projekt, das zu dem Betrag fertig wird, den man zuerst ausgerechnet hatte“, sagte Ramsauer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z./Montagsausgabe).

Künftig müssten am Anfang eines Projektes ausreichende Risikopuffer eingerechnet werden. Der Finanzrahmen für den geplanten Tiefbahnhof ist gerade von 4,5 auf 6,5 Milliarden Euro erhöht worden. Der CSU-Politiker schließt indes aus, dass der gerade beschlossene Weiterbau von „Stuttgart 21“ nach der Bundestagswahl doch noch gestoppt wird. „Ein Weiterbau ist wirtschaftlicher als ein Abbruch. Alle Varianten sind in den letzten 20 Jahren zigfach diskutiert worden“, sagte Ramsauer. „Jedes Umsteigen wirft uns um mindestens 15 Jahre zurück.“ Zur Sanierungsbedürftigkeit der Verkehrswege sagte Ramsauer: „Manchmal ist es wie in einer Geisterbahn – hinter jeder Ecke ein neues Gespenst aus der Vergangenheit.“ Seine ausländischen Kollegen nennten den Zustand der deutschen Infrastruktur – mit Sperrungen von Brücken und Schleusen – schon „un-German“. Eine leistungsfähige Infrastruktur brauche mehr Geld. Zusammen mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei er „der Meinung, dass wir langfristig um eine Maut für Fahrzeuge unter 12 Tonnen, also auch um eine Pkw-Maut, nicht herumkommen“, sagte Ramsauer der F.A.Z.

2 Kommentare

  1. Ramsauer lügt wie gedruckt. Spätestens seit Dezember 2012 rechnet er mit Kosten von 3,3 Milliarden Euro für die Neubaustrecke.

    Hinzu kommt: Jedes Kind kann dem Ramsauer seine „Wirtschaftlichkeitsrechnung“ um die Ohren hauen: 30 Kilometer Tunnel, bei mindestens 150 Millionen Euro pro km macht schon mal 4,5 Milliarden. Dabei fehlen noch Brücken und die restlichen 30 km Strecke. Unter 6 Milliarden ist bei der NBS nichts zu machen.

  2. Zuerst betreibt man eine komplette Fehlinvestitionspolitik in der Verkerhsinfrastruktur. Nachdem die Gelder zur Infrastrukturerhaltung dann in nutzlosen Großprojekten versenkt sind, fordert man eine Maut für die Sanierungen, die man eigentlich gleich mit dem Geld hätte machen sollen.

    So eine Politik macht nur Sinn, wenn das Ziel ist, den Bürgern gegenüber die maximalen Abgaben zu rechtfertigen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert