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Flughafenverband fordert Betriebskostenübernahme durch Staat

Angesichts des coronabedingten Passagiereinbruchs fordert der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Ralph Beisel, dass der Staat Betriebskosten der deutschen Flughäfen übernimmt. „Wenn wir im Interesse Deutschlands die Flughäfen offenhalten, fordern wir, dass unsere Betriebs- und Vorhaltekosten vom Staat kompensiert werden“, sagte Beisel dem Nachrichtenportal T-Online. „Sonst können einige Standorte nicht mehr lange über Wasser schwimmen. Das wäre für die Logistik in der Coronakrise fatal.“

Die Einnahmen der Flughäfen aus dem Passagiergeschäft seien stark eingebrochen. Der ADV schätzt den Umsatzrückgang der Airports durch die Coronakrise auf eine halbe Milliarde Euro. Den fehlenden Einkünften stünden Kosten zur Sicherung der Betriebsbereitschaft in Höhe von rund 170 Millionen Euro je Monat gegenüber. Beisel kritisiert, dass die meisten Airports nicht auf die Corona-Kredite der staatlichen Förderbank KfW zugreifen könnten. „Wir fühlen uns bei der Liquiditätssicherung benachteiligt, weil uns der Zugang zu den KfW-Krediten aus dem Corona-Hilfspaket verwehrt wird.“ Der ADV will deshalb einen Rettungsschirm, der nicht nur die Airlines, sondern auch die Flughäfen umspannen muss. „Die Politik lobt und preist die Flughäfen, dass die einen wichtigen Beitrag in der Coronakrise leisten“, so ADV-Chef Beisel. „Das Lob freut uns. Aber ein Flugbetrieb ohne Einnahmen lässt sich nicht lange durchhalten.“ Wer die Fluglinien am Leben halten wolle, müsse auch ihre Basis, die Airports, schützen. „Den Flughäfen muss unter die Arme gegriffen werden. Die Politik muss hier dringend handeln. Eine Entscheidung muss eher heute als morgen fallen“, sagte Verbandschef Beisel. Er hoffe, dass es bald wieder voll losgehe. Ansonsten sei es auch möglich, dass es zu Entlassungen und zu Insolvenzen komme: „An einigen Standorten sieht es brenzlig aus. Ob alle kleineren Flughäfen durchhalten, hängt vollkommen davon ab, wann der Luftverkehr wieder anläuft“, sagte Beisel.

Foto: Start- und Landebahn an einem Flughafen, über dts Nachrichtenagentur

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