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Forsa: SPD gewinnt, Grüne und Linke schwächer

Gut sieben Wochen vor der Bundestagswahl gewinnt die SPD in der von Forsa gemessenen Wählergunst einen Punkt, Grüne und Linke je einen Punkt schwächer. Wenn schon am Sonntag gewählt würde, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 26 Prozent, SPD 16 Prozent, FDP 13 Prozent, Grüne 20 Prozent, Linke 6 Prozent, AfD 10 Prozent. 9 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden.

Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 25 Prozent weiterhin über dem Anteil der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8 Prozent). Ins neue Parlament würden laut Forsa-Berechnung 750 Abgeordnete einziehen, 41 mehr als bei der Bundestagswahl 2017. Die Fraktion der Grünen würde um 97, die der FDP um 27 Sitze wachsen. Alle übrigen Parteien hätten weniger Mandate im neuen Bundestag. Die Mandatsverteilung: CDU/CSU 217, Grüne 164, SPD 131, FDP 107, Linke 49 und AfD 82 Sitze. Derzeit wären drei Konstellationen denkbar: Schwarz-Grün (zusammen 381 Mandate), die „Deutschland-Koalition“ aus CDU/CSU, SPD und FDP (455 Mandate) sowie eine „Ampel-Koalition“ aus Grünen, SPD und FDP (402 Mandate). Eine „Jamaika-Koalition“ aus Union, Grünen und FDP könnte sich zwar auf 488 Abgeordnete stützen – das ist beinahe eine Zwei-Drittel-Mehrheit – aber da Union und Grüne auch ohne die Liberalen eine Regierung bilden könnten, wäre eine solche Koalition unwahrscheinlich. Schwarz-Gelb hätte zusammen 324 Mandate und wäre damit ebenso wenig regierungsfähig wie ein „Linksbündnis“ aus Grünen, SPD und Linke (zusammen 344 Mandate). SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz schiebt sich bei der von Forsa abgefragten Kanzlerfrage erstmals auf den ersten Platz, vor die Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock und den Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Wenn die Deutschen ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen könnten, würde Scholz gegenüber der Vorwoche drei Prozentpunkte hinzugewinnen und käme jetzt auf 21 Prozent. Annalena Baerbock verliert einen Prozentpunkt und erreicht 18 Prozent. Armin Laschet verliert zwei Prozentpunkte und kommt auf 15 Prozent. Das sind zehn Prozentpunkte weniger als Anfang Juli. Scholz hat im selben Zeitraum fünf Prozentpunkte gewonnen. Laschet hat auch bei seinen eigenen Anhängern weniger Rückhalt als die Konkurrenz. Nicht einmal die Hälfte der Unions-Anhänger (46 Prozent) würde den CDU-Chef zum Kanzler wählen. 67 Prozent der SPD-Anhänger würden sich für Scholz, 68 Prozent der Grünen-Anhänger für Baerbock entscheiden. Und von den Unions-Wählern von 2017 würden derzeit bei einer Kanzlerwahl nur 32 Prozent Laschet ihre Stimme geben. Unterdessen ist die Sorge um Corona nach wie vor groß. 56 Prozent der Deutschen halten die Pandemie für das wichtigste Thema. Die Unwetter, in der Vorwoche noch mit Abstand das beherrschende Thema, werden von 51 Prozent der Befragten für wichtig erachtet. Die bevorstehende Bundestagswahl rangiert auf Platz 3 (27 Prozent) vor den Olympischen Spielen (15 Prozent). Die Daten wurden von Forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 27. Juli bis 2. August 2021 erhoben. Datenbasis: 2.502 Befragte. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Olaf Scholz, über dts Nachrichtenagentur

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