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Frischer Wind fürs Gründerland

Die Konjunkturaussichten sind durchwachsen, zugleich sinkt die Arbeitslosigkeit: Diese Wirtschaftslage ist Gift für Firmengründer. Denn die einen haben einen sicheren Job und müssen sich nicht auf eigene Füße stellen, andere trauen sich wegen fehlender Konjunkturimpulse nicht, ihr eigener Chef zu werden. Die Folge: In Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbständigkeit. Im vergangenen Jahr gründeten nur 775.000 Menschen eine Firma im Voll- oder Nebenerwerb – sieben Prozent weniger als 2011 und so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2000, das teilte die staatliche Förderbank KfW mit.

Den Rückgang der Gründertätigkeit aufhalten

Den Höhepunkt hatte der Gründungsboom dank üppiger Unterstützung durch die damalige Bundesanstalt für Arbeit im Jahr 2001: Mehr als 1,5 Millionen Menschen entschieden sich damals für die Selbständigkeit – ob mit einem Imbiss oder Friseursalon, ob als Erzieher, Tagesmutter, Berater oder freier Journalist. “Diese Zeiten werden nicht wiederkommen, dennoch sollte der Rückgang der Gründertätigkeit möglichst schnell aufgehalten werden,” betont Jürgen Müller vom Wirtschaftsnachrichtenportal www.wirtschaft.com.

Denn Gründer seien ein wesentlicher Faktor in Sachen Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft und unverzichtbar im Hinblick auf die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze. Durch die Konkurrenz zu bestehenden Unternehmen, so Müller, würden Start-ups Innovationen und den Strukturwandel fördern. Auf wirtschaft.com beispielsweise befasst sich ein umfangreiches Special mit den Themen Existenzgründung und Start-up. Firmengründer haben zudem die Möglichkeit, ihre Firma und Geschäftsidee in einem redaktionellen Beitrag vorzustellen.

Voraussetzungen für Start-ups: Mut und Zeit

Generell verlangt der Schritt in die Selbständigkeit eine gehörige Portion Mut – und den Willen, viel Zeit aufzubringen. “Selbständige erreichen zwar oft ein etwas höheres Durchschnittseinkommen als Arbeitnehmer. Sie arbeiten im Schnitt aber auch zehn Stunden mehr pro Woche,” betont Jürgen Müller. Deshalb seien der feste Glaube an den Erfolg der eigenen Geschäftsidee und Ausdauer am wichtigsten: “Im ersten Jahr Gewinn zu machen, ist beispielsweise für eine Internetfirma sehr außergewöhnlich”, sagt Jürgen Müller. “Im Schnitt vergehen etwa drei bis fünf Jahre, bis ein Unternehmen im Web schwarze Zahlen schreibt.”

Multikulti sorgt für Kreativität

Ein ausführlicher Beitrag auf wirtschaft.com befasst sich mit einer aktuellen Studie der “Deutschlandstiftung Integration“. Diese Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass Mitarbeiter unterschiedlicher Herkunft Start-ups kreativer und innovativer machen. Bei fast der Hälfte der untersuchten Neugründungen aus der Internetwirtschaft haben mindestens 20 Prozent der Mitarbeiter einen Migrationshintergrund. Die Unternehmen profitieren demnach von fachlichen Qualifikationen, die in Deutschland nicht oder zu wenig vorhanden sind sowie von mehr Kreativität.

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