EuropaNews

Frontex-Chef kritisiert fehlende Koordinierung in Coronakrise

Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat scharfe Kritik an der Praxis der Grenzkontrollen in Europa geübt. „In der Coronakrise hat der EU die Koordinierung gefehlt, um die Pandemie an den Außengrenzen zu bekämpfen“, sagte Leggeri den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). „Jeder Mitgliedsstaat hat seine nationalen Maßnahmen getroffen, weil es auf EU-Ebene nur unzureichende Rechtsgrundlagen gibt. In Zukunft müssen die Grenzbehörden besser mit den Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten.“

Das sei umso wichtiger, als die Pandemie gewaltige wirtschaftliche Auswirkungen habe. „Wir können es uns nicht leisten, in fünf Jahren bei einer neuen Pandemie wieder in eine tiefe Rezession zu rutschen“, so Leggeri. Der Frontex-Direktor forderte für seine Organisation künftig auch eine „gesundheitspolitische Rolle“ an den EU-Außengrenzen. „Zum Beispiel könnten die Beamten bei Einreisenden Fieber messen, wenn der Verdacht einer schwerwiegenden Virusinfektion besteht.“ Auch die Kontrolle von relevanten Gesundheitsdokumenten wie Medizin-Tests sei möglich. „Die organisatorische Betreuung von Einreisenden, die wegen einer Pandemie in Quarantäne müssen, kommt ebenfalls infrage“, so Leggeri.

Foto: Halt-Stopp-Schild der Polizei bei einer Verkehrskontrolle, über dts Nachrichtenagentur

Stichwörter

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Close